60 ein Graf; ich moͤchte wohl ſehen, welche dem es abſchlagen koͤnnte.“
„Hat er,“ ſagte Juſtine leiſer:„hat er auch Alles und es fehlt ihm die Liebe, ſo iſt er doch arm, recht ſehr arm. Dann helfen ihm alle ſeine Herrlichkeiten nichts, und ſein reiches Leben muß ihm Langweile machen.“
Da hatte ich ja auf einmal den Schluͤſſel zu dem Geheimniß meiner Leere.
Ich lachte im Stillen uͤber das ſiebzehn⸗ jaͤhrige Ding, das faſt noch keine zwanzig Worte mit mir geſprochen hatte, und ſich einbildete, den Sitz meiner Krankheit zu kennen.
Frau Reinert war ſtrenger gegen mich; dieſe ſchob die Urſache meiner Gleichguͤltigkeit auf das Uebermaas meines Gluͤcks.„Glaube mir,“ ſagte ſie:„wer dem Ueberfluſſe ſo im Schooße ſitzt, wem der liebe Herrgott alles ſo auf dem Praͤſentirtellerchen entgegen bringt, der genießt und genießt, bis er das Beſte zum Ekel hat. Es geht dem Grafen, wie meinem Neffen, dem


