Teil eines Werkes 
4. Th. (1819)
Entstehung
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und Salz gegeſſen, und bewirthete jetzt den Fremden mit einer Gaſtfreundlichkeit, als ſei er im Kreiſe der anſtaͤndigſten Familie in der Reſidenz; ſie praͤſentirte ſpaͤterhin das auser⸗ leſenſte Obſt, und das zierlichſte Backwerk, was ſie im Staͤdtchen nur hatte auftreiben koͤnnen, und nicht ahnend, daß ich die Laſt der druͤckenden Armuth kenne, unter der ſie ſchmachte, plauderte ſie mit ſo vieler Natuͤr⸗ lichkeit und Laune uͤber dieß und jenes, daß mir anſing, recht warm zu werden.

Es mochte wohl auch vom Kaffee ſeyn.

Aber wenn ich mir das holde Bergſchrei⸗ berkind auf meinem ſtillen, kleinen Landſitz dachte, wohl nicht im Urber iuſfe, aber doch im Beſitze hinreichender Gluͤcksguͤter; der uͤbergraͤmlichen Zucht des alten Bergeiſtes entbunden, in meine Arme gelegt; und wenn ich mir ausmahlte, wie ſie dann erſt den Reich⸗ thum ihrer Heiterkeit, ihres Muthwillens entfalten wuͤrde, ſo