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Wir waren allein. Ich begriff ihre Leugnungsgabe nicht. Ich umfaßte ſie, da riß ſie, um nicht laͤnger mit mir allein zu ſeyn, an der Klingel, und das Kammer⸗ maͤdchen trat ein. Hinter ihr zufaͤllig eine Schneiberin mit dem Sammetpelze uͤber dem Arm.
„Aber Kind,“ ſchalt Florentine auf das Schneiderknoͤspchen,„den Pelz ſollten Sie mir ja geſtern Abend bringen. Es war ja eine Kleinigkeit nur daran zu machen. Ich haͤtte ihn geſtern ſo gern bei dem Feuerwerk angezogen..
Ich ſiel aus den Wolken. Meine Grot⸗ ten⸗Heilige war die kleine Schneiderſchoͤne. Gott weiß, was fuͤr einen Uhlanenoffizier ſie in der verwuͤnſchten Uniform geglaubt hatte. Sie ging. Ich ſank zu Florentinens Fuͤßen. „Reine, heilige, keuſche Florentine, ſtammelte ich, und kuͤßte meines gluͤcklichen Bruders Eigenthum, ihre weiche kleine Hand, bald wund. Florentine hielt mich fuͤr verruͤckt.


