Teil eines Werkes 
6. Bdchn (1820)
Entstehung
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heit, fuͤr Beklommenheit ſeiner furchtſamen Liebe.

In dieſen Trugſchluß legte ſie den Keim ihres Ungluͤcks. Sie verſchloß ihre Gefuͤhle in ſich; ſie traute keiner ihrer Freundinnen, ſie fuͤrchtete, ihre Liebe thoͤrig geſcholten zu hoͤ⸗ ren, weil Schmalbohms edler Charakter, wie ſein tadelloſer Wandel, ſein gebildeter Geiſt, ſein gutes Herz, ihn in den Augen aller Maͤd⸗ chen der Stadt, zu einem ſehr liebenswuͤrdi⸗ gen Manne machten. Durch dieſe Heimlich⸗ keit ward ihr ihre Liebe heilig.

In dieſer langen Winternacht ward ſie erſt uͤber ſich ſelbſt einig. Es hatte ihr immer im Verhaͤltniß mit Schmalbohm etwas gefehlt. In Cronhelms Ange lag eine ſanfte Melan⸗ cholie, eine zarte Schwaͤrmerei, die ſie gleich im erſten Augenblicke zu ihm hingezogen hatte. Jetzt ſah ſie hell. Nur das Gold auf ſei⸗ nen Kleidern war ihr zuwider. Sie wuͤnſchte

ſich ihn blutarm, um ihn in jeder Hinſicht zum gluͤcklichen Mann machen zu koͤnnen. Sie