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Allein weniger fuͤr Liebe empfaͤnglich, ſind darum die ruſſiſchen Holdinnen nicht, als die Maͤdchen anderer Zonen. Ith lernte in Arch⸗ angel, faſt auf der aͤuſſerſten Spitze des noͤrd⸗ lichen Europa, ein wunderliebliches Maͤdchen kennen. Eine gluͤhendere Phantaſie, eine ſchwaͤr⸗ meriſchere Liebe, eine ſchmelzendere Zärtlichkelt kann in keinem italiſchen Herzen, nicht in der Bruſt einer Schoͤnen von Peru und Lima woh⸗ nen. Dabei ſind unſtreitig die ruſſiſchen Schö⸗ nen reizender, als die Schoͤnen eines heißeren
Erdguͤrtels; denn wer die Ueppigkeit des Koͤr⸗
vers, das Laͤcheln der bluͤhenden Geſundheit,
das himkiſche Feuer des jungfraͤulichen
Zlicks, die Zanberfriſche aller weiblichen Reize
geſehen zu haben, behaupten Nil, Fer muß einem nordiſchen Maͤdchen zu Fuͤßen gee haben.
Pawlowna, die Heldinn meiner heutigen, factiſch wahren Geſchichte, lebte an den Ufern der Duͤna, in einer lebhaften Handelsſtadt. Ihr Vater war ein reicher Kaufmann. Sie ſeine einzige Tochter.
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