Teil eines Werkes 
6. Bdchn (1820)
Entstehung
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Die oͤffentlichen weiblichen Bildungsanſtal⸗ ken, die bekanntlich unter der ſpeciellen Leitung der Kaiſerinn Mutter ſtehen, arbeiten auf die zweckmaͤßigſte Art darauf hin, das weibliche Gemuͤth von aller Ueberſpannung des Gefuͤhls befreit, und den Werth der reinen Sitklichkeit, der zarteſten Zuͤchtigkeit, in ſeiner moͤglichſten Achtung zu erhalten. Dieſe oͤffentlichen An⸗ ſtalten ſind fuͤr die Privat Erziehung nachah⸗ mungswuͤrdige Muſter geworden, und ſo hat die angebetete Maria Feodorowna ſich ein un⸗ ſterbliches Verdienſt um Rußlands Frauen und Toͤchter erworben.

Auch kann die alte und noch heute uͤbli⸗ che Gewohnheit der niedern Staͤnde in Ruß⸗ land, bey der Hochzeitsfeier die Jungfraͤulich⸗ keit der Braut, durch Aufhaͤngung des uͤber das Brautbette gebreitet geweſenen Tuches, öͤffentlich zu beurkunden, das ihrige dazu bei⸗ tragen, die Wuͤrde des unbeſleckten Kranzes dort hoͤher zu achten, als irgendwo

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