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nicht, wo ſie ſich hinwenden ſollte; jede Klei⸗ nigkeit im Zimmer war ihr ein Zeuge der ſchrecklichen Verirrung.⸗ 4— 3
Sie traute ihren Sinnen nicht. Sie hielt
ihren Verſtand fuͤr zerruͤttet. Sie haͤtte ſich.
ſelbſt ſchwoͤren wollen, daß Leß die Weihe der Brautnacht empfangen— aber ach, die Ge⸗ wißheit ihres Jammers ward bald vollendet. Man klopfte an die Thuͤre. Sie war ver⸗ ſchloſſen. Johanna konnte nicht oͤffnen. Sie hatte den Schluͤſſel nicht.„Das nenne ich mir eine Eiferſucht,“ ſagte draußen auf dem Flur das Kammermaͤdchen der Graͤfinn;„den Schluͤſſel hat wahrhaftig der Lieutenant einge⸗ ſteckt, als er herausging, damit kein Menſch die Mamſell im Schlafe ſtoͤren ſollte; ein— ſchallendes Gelaͤchter der Umſtehenden vernich⸗
tete Johanna. Das Heiligſte der Jungfrau,
ihre Ehre, war zertreten. Sie ſank laut
ſchluchzend in einander. Die treue Liebe, die
ſie ihrem Leß geſchworen, war gebrochen, der
Kranz ihrer jungfraͤulichen Bluͤte zerriſſen, ihr
wn


