Teil eines Werkes 
5. Bdchn (1820)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

134

von dem Generalmarſch, der den Verbrecher ihren Vorwuͤrfen entruͤckte, nichts von dem wilden Gallop der Adjutanten durch die ſtillen Straßen, nichts von dem Herauswogen des Regiments. Am ſpaͤten Morgen erſt erwachte die Ungluͤckliche. Sie erinnerte ſich der Sce⸗ nen der verhaͤngnißvollen. Nacht, wie aus ei⸗ nem Traum. In den Armen ihres mehrere hundert Meilen entfernter Leß hatte ſie gele⸗ gen. Er hatte ſie gekuͤßt. An ſeiner lieben⸗ den Bruſt hatte ihr die ſuͤßeſte der Stunden geſchlagen, von ſeinen Lippen hatte ſie den ſchmeichelnden Schwur der ewigen Liebe und Treue gehoͤrt ach! unb dieſer Traum trat, je mehr ihre entflohenen Lebensgeiſter ſich ſam⸗ melten, je wacher ſie wurde, immer mehr und mehr in den Hintergrund ſeines Nichts zuruͤck.

Was habe ich gethan! rief ſie, ſich ver⸗ abſcheuend, aus, und ſprang von der Lager⸗ ſtaͤtte ihrer Entheiligung. Sie hielt beide Haͤnde vor das Geſicht, ſie mied den Spiegel, ſie wandte den Blick vom Bette, ſie wußte

4