— 129—
Des Kuͤſters Erzaͤhlung von den drei Naͤch⸗ ten, waͤhrend deren es jedesmal nach dem Tode einer jungen Graͤfin aus Mathildens Hauſe in der Kirche gebrannt haben ſolle, war allerdings Sage des Volks. Ich hatte ſchon fruͤher davon gehoͤrt; aber das Mahr⸗ chen war mit nichts erwieſen. Bloß der Aberglaube naͤhrte noch die Erinnerung die⸗ ſer Fabel. Allenfalls fand eine natuͤrliche Erklaͤrung Statt. Vor 45 Jahren war der Erdgang noch nicht verſchuͤttet. Er fuͤhrte, wie ich nun erfuhr, wirklich in das grafliche Schloß. Leicht moͤglich, daß die Familie auf dieſem geheimen Wege einige Nachte hindurch, Vertraute in die Gruft der Geſchiedenen fattte, um ſich gegen die Furcht des Schein⸗ todes zu ſichern.
Daß uns die Lichter am Taufſtein aus⸗ gingen, war eine Folge der in die Kirchthuͤre 9


