Teil eines Werkes 
4. Bdchn (1819)
Entstehung
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Fenſterbruͤſtungen ſo hoch, daß ohne Leiter nie⸗ mand haͤtte einſteigen koͤnnen, und eine ſolche Leiter war nirgends zu ſehen. Alſo konnte weder der Kuͤſter, noch ein Raͤuber in der Kirche ſeyn. Ich horchte durch die Schluͤſſel⸗ loͤcher. Man hoͤrte keinen Laut, keinen Tritt, keine Bewegung. Alles war ſtill, wie ein Grab. Die Beleuchtung der Gegend des Al⸗ tars war ſchwach und blieb unveraͤndert. Waͤre

es eine katholiſche Kirche geweſen, ſo haͤtte ich

den blaſſen Schein fuͤr den Schimmer der ewi⸗ gen Lampe gehalten. Aber ſo wußte ich mir durchaus das Raͤthſel nicht zu loͤſen.

Mein Schleichen, mein Horchen, mein lei⸗ ſes Athmen hatten mich gegen mich ſelbſt heim⸗ lich gemacht. Eine ferne Ahndung des Ueber⸗ natuͤrlichen ſchwebte mir unvermerkt naͤher. In der Kirche waren mehrere Gruften fuͤr die erſten Familien der Stadt. Unlaͤngſt erſt hatte man eine junge Graͤfin hier beigeſetzt. Sie ſchlief den ſtillen Schlaf der Ewigkeit in der 7*