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Fraͤuiein— nicht ſchießen— Sie— ja Sie ſollen meinem Jettchen tauſend Kuͤſſe geben.
Fanny(freundlich). Jetzt ſtehen Sie auf! Aber heute Abend bei Tiſche leſe ich Ihnen noch den Text. Sie haben ein ſo allerliebſtes ſchuldloſes Kind und ſind eiferſuchtig— das iſt ein ſchreckli⸗ ches, ein ganz abſcheuliches Laſter, das die Ehe zur Hoͤlle machen kann.
Fr. v. Lemann. Du ſprichſt, wie der Blinde von der Farbe. Sieh, wir Alle Paar und Paar— und Du— Du ſteheſt allein in unſerm Kreiſe.
Fanny. Davor iſt mir nicht bange!— In die⸗ ſen goldenen Käfig werde ich noch zeitig genug kom⸗ men.— Seit wir Frieden haben(mit einem leichten Seitenblick in das Parterre) iſt eine Unzahl von jungen huͤbſchen Mannern in der Welt— ich werde mir zu ſeiner Zeit ſchon einen ausſuchen— bis dahin(zu
den vier Paaren, jedoch beſonders zum Grafen Molwitz und Frau von Lemann gewendet) will ich von Euch die große Kunſt lernen, in der Ehe gluͤcklich zu ſeyn. Doch— ſchwer, ſagt man, iſt ſie nicht; nur wahre Liebe, offnes Vertrauen und ſtets ein reines Herz! — dann bleibt des Himmels Segen nimmer aus.
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Der Vorhang fällt.


