(zurückkommend). Was will ich auch noch mehr wiſſen— ich haͤtte, da ſie(dies auf Frau v. Lemann deutend) einmal dem gemuͤthskranken armen Molwitz ſo viel Wohl⸗ wollen zu ſchenken ſcheint, meine Rolle ſchon ſpielen wollen, ich haͤtte gethan, als ob Hulls Luͤge wahr waͤre— mein Zuſtand wuͤrde ſie geruͤhrt, ſie wuͤrde den Grad meiner Liebe darnach abgemeſſen haben⸗ ſie wuͤrde in ſich gegangen ſeyn, ſie wuͤrde ſich als die Urſache meines Tiefſinns angeſehen haben, ſie wuͤrde— ach was wuͤrde ſie nicht Alles— in ihrer Theilnahme hätte ich das Geſtaͤndniß ihrer Gegen⸗ liebe geleſen, und ich wäre der glücklichſte Menſch geweſen— das Alles hatte ich mir ſchon zuſammen kalkulirt!— Aber die Liebe kann, ſie ſoll ja nicht rechnen! Meinen ganzen Kalküle hat der verdammte Backenbart mit Einemmale vernichtet— aber den Menſchen, den Freund, der um meinetwillen in Ohn⸗ macht faͤllt, muß ich doch wenigſtens kennen ler⸗ nen—(win auf das Zimmer No. 3. zugehen, ſein Blick fällt auf das Gedicht, welches Madame Lehmann vorhin auf dem Liſche hat liegen llaſſen) Was Teufel— Cliest die Aufſchrift) An die Hochverehrte und heiß und treu geliebte Frau von Lemann Hochwohlgeboren.
Neunter Auftritt. Molwitz. Fr. v. Lemann. Fanny.
(Seide Letztere in ſehr eleganten Negligees, denn ſie erwar⸗ ten den Beſuch des Präſidenten).
Fa nny(im Eintreten zur Frau v. Lemann, die ihr auf dem Fuße folgt). Es iſt ſeine Stimme.
Molwitz(ohne die hinter ſeinem Rücken Eintreten⸗ den zu gewahren). Mit Bleifeder geſchrieben? ein Brief an ſie.
freund
M ſonſt ſte imt alle m


