Teil eines Werkes 
78. - 80. Bdchn (1829)
Entstehung
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Fr. v. Lemann(ſchluchzend). O, Fanny, Du biſt grauſam gegen mich das iſt nicht huͤbſch von Dir ich win ja folgen, ich will ja ſprich was ſoll ich thun?

Fanny(anfänglich bitter und ſcharf, allmählig wär⸗ mer, herzlicher, am Schluſſe lebendig). Nun nun da es vielleicht zu ſpaͤt iſt. Monate lang habe ich geſprochen die Lungenfluͤgel habe ich mir faſt ab⸗ geredet Molwitz iſt ein ſeltener Menſch! Der beſte, der edelſte Mann, den ich kenne! Du ſelbſt konnteſt auch nicht Einen Tadel gegen ihn auffin⸗ den. Glaubſt Du denn nicht, daß ein ſolcher Mann ſeinen Werth auch kennt, oder, wenn er ſo beſcheiden als Molwitz iſt, wenigſtens ihn ahnet? Natuͤrlich muß ſeinem Zartgefüͤhle Deine Begeg⸗ nung, Dein Mißtrauen, Dein Verkennen ſeines kriſtallklaren Herzens, doppelt, es muß ihm tau⸗ ſendfach ſchmerzlich geweſen ſeyn. Die Wunde, die ſein Tiefſtes verletzt hat, nur Du kannſt ſie hei⸗ len. Laß ihn Dein Wohlwollen merken ſprich freundlich zu ihm! Der ſanfte Ton einer gelieb⸗ ten Stimme hat auf ſolche kranke Gemuͤther oft ſchon Wunder gewirkt. Gieße die ganze Milde Deines Liebesblicks uͤber das Duͤſtere ſeiner Seele aus, und faͤllt dieſer waͤrmende Lichtfunken in ſein erſtarrtes Innere, vermag ſein Geiſt ſich wieder feſ⸗ ſelfrei zu heben, ſchlaͤgt ſein Herz Dir wieder mit friſchem Leben entgegen, o ſo magſt Du ihn auf⸗ fangen mit reiner Luſt und keuſcher Liebe, und das ſelige Gefuͤhl, ihn Dir gerettet, ihn Dir erhalten zu haben, ſoll Dein Lohn ſeyn.

komn lieber F Ihr

imm gern

Gaſt!

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