Teil eines Werkes 
78. - 80. Bdchn (1829)
Entstehung
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die jugendliche Friſche dieſes vollen ſchoͤnen Arms mit Federkraft entgegen; gegen den Handkuß ei⸗ gentlich waren es ihrer achte geweſen, denn er hatte in jedes der vier Gruͤbchen einen Kuß gedruͤckt hatte Luiſe nichts einwenden koͤnnen, und darum hatte ſie auch nichts eingewendet; jetzt, als er aus Ober⸗ und Unterarm einen ſtumpfen Winkel bildete, und in der weichen Schnee⸗Tiefe deſſelben das war⸗ me Fleckchen kuͤßte, wo die Pulsader liegt, da fuͤhlte Luiſe in der linken Bruſt ein unnennbares Wohl⸗ behagen; und haͤtte ſie das Syſtem gekannt, was vor langen tauſend Jahren Archigenes zu Apamea uͤber den Puls und uͤber das Stroͤmen der Blut⸗ wellen aus dem Herzen zu den Pulsadern aufgeſtellt hat, ſo wuͤrde ihr erklärlich geworden ſeyn, warum ſie gern litt, was ſie vom halb fremden Manne nicht haͤtte leiden ſollen. Halb fremd nein, das war er ihr ja nicht. Er hatte ſich als Freund, als Fuͤrſprecher bewaͤhrt, und er war der allerein⸗ zige Menſch in der ganzen Welt, der ihr das Feſt ihrer Geburt auf eine ſo zartſinnige Weiſe verherr⸗ lichte, daß ſie beim Anblick der koͤſtlichen Sachen, die im Feiergolde des herbſtlichen Abendroths gar wunderſam funkelten, mehreremale waͤhnte, in ei⸗ nem Feenlande zu ſeyn; ſo lange ſie lebte, hatte⸗ ihr kein Menſch geſagt, daß ſie huͤbſch ſey; der junge Mann, der Steinau machte ein Weſens von ihr, und von ihrer Schoͤnheit und Anmuth, daß ſie faſt ſelbſt daran glaubte, und dabei hatte er ſo etwas Ehren⸗ feſtes, Zuverlaͤßiges in Wort und Miene, daß, wenn ihm auch zuweilen ein ſchalkhaftes Laͤcheln die Lippen umſpielte, man es ihm doch anſah, daß noch keine Luͤge uͤber ſie gegangen. Aber er ſtudirte