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Steinau ſtand, von Luiſen unbemerkt, hinter hoch⸗ buſchigen Georginen, und lauſchte mit verhaltenem Athem ihrer Rede. Mit der himmliſchen Sanftmuth, die nur Frauen eigen iſt, ſtellte ſie dem kleinen Starr⸗ kopf vor, daß ſie wohl Macht und Gewalt habe, ihn zur Herausgabe ſeines erbeuteten Papiers zu zwin⸗ gen, aber,„mein Borromaͤus,“ fuhr ſie mit im⸗ mer freundlicher und herzlicher werdendem Tone fort, „mein Borromäus iſt ein wackerer Junge, der ſeine Pflicht lieber freiwillig als gezwungen thut. Und nicht wahr, heute, an meinem Ehrentage, kannſt und wirſt Du mich nicht kraͤnken?— Ich koͤnnte hingehen und mir Fritz oder Lohtſch holen; die wuͤr⸗ den mir mit tauſend Freuden den Liebesdienſt thun, aber ich weiß, es wuͤrde Dir nachher leid ſeyn, ihn mir verweigert zu haben; es wuͤrde Dich ſchmerzen, Dich von deinen vernuͤnftigern Geſchwiſtern beſchaͤmt zu ſehen, und ich würde Dir dadurch den ganzen Abend verderben. Ich duͤrfte dem Vater nur ein Wort ſagen, und er wuͤrde Dir den Augenblick die verdiente Strafe deines Ungehorſams zukommen laſſen, und Dir mit aller Strenge befehlen, meinen Willen zu thun; aber ſoll ich unſerm Vaͤterchen, das der frohen Tage ſo wenig genießt, und das uns am heutigen ſich einmal geſchenkt hat, um mit uns froͤhlich und vergnuͤgt zu ſeyn, ſoll ich ihm den durch Klage uͤber ſeinen Borromaͤus verbittern? Nein, da⸗ zu haſt Du dein Vaͤterchen viel zu lieb. Ich kenne ja mein Herzens⸗Kind. Du thuſt aus Liebe, um was ich Dich bitte; je eher wir anfangen, deſto eher ſind wir fertig; der Abend kommt ja ſo heran, ich kann daher ohnehin nicht viel mehr arbeiten, ich
brauche deßhalb nur einige wenige Faͤden, die ſind LXXVIII.


