Teil eines Werkes 
74. - 77. Bdchn (1829)
Entstehung
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nigſt eileg in unerlaͤßliche Strafe fuͤr das Naͤschen binde Sie brachte, als die von ihm eingekauften indegen ſchon all' zuſammen gepackt waren, gleichſam nmaachtraglich, und blos, als wollte ſie ihm noch et⸗ was ganz Extraſchones zeigen, ein, dieſen Mittag erſt aus Parisommenes Diadem. Ihre jungen Damen, die es ſelbſt noch nicht geſehen, geriethen uͤber die Zierlichkeit der Arbeit, uͤber das Sinnige der Idee, und über die Vollendung der Ausfuh⸗ rung in lautes Entzücken, und Steinau, der bei ſich meinte, gar nichts gekauft zu haben, wenn er dieſes köſtliche Diadem ſeinen Weihgeſchenken nicht beilege, und der ſein ſchoͤnes Geburtstagskind im Geiſte ſchon mit dieſem wunderherrlichen Schmuck prangen ſah, bat, das Prachtſtück ſeinen gekauften Sachen beizupacken; es koſtete faſt ſo viel, als ſeine fruͤher behandelten Huldigungs⸗Opfer alle zuſam⸗ men; aber vom Werthe des Geldes wußte der Se⸗ lige nichts, der nur allein in dem Vorgefühl der Freude ſchwelgte, die er der Ueberraſchten mit dem hoffentlich ihr wohlgefälligen Zeichen ſeiner Aufmerk⸗ ſamkeit zu bereiten gedachte. 3

Jetzt war der Vogel gefangen. Dies Diadem war nur ein einziges Mal in der ganzen Reſidenz; die Legnettoni hatte kein zweites Exemplar davon, und die andern Modehanklerinnen des zweiten Ranges fuͤhrten ſolche aͤußerſt elegante Dinge nicht; die Dame alſo, in deren Haare ſie dies Diadem er⸗ blickte, war Steinau's Braut.

Ein Burſche ward jetzt gerufen, um dem Herrn Hofrath das Paker nach Hauſe zug agen, allein der Herr Hofrath gaben dies aus nür ihm bekannten Grüͤnden durchaus nicht zu, meinten, das Paket ſey la gar nicht ſchwer; ſie haͤtten an Acten wohl ſchon viel groͤßere Laſten getragen; bis zu ihrer Wohnung ſey la nicht weit, und wie die geſuchten und der Legnettoni höchſt läͤcherlichen Ausfluͤchte

alle hießen. 2