Teil eines Werkes 
61. - 63. Bdchn (1828)
Entstehung
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erkannt, und ſo muͤrbe ihn die weite Wanderung auch gemacht, er hatte alle Muͤdigkeit vergeſſen, und war von der Landſtraße abgebogen, und auf den Fluͤgeln der Kindesliebe herangeeilt. 7. Renate, des Oberamtmanns Juͤngſte, kredenzte jetzt, auf blankem zinnernen Teller, dem Kantor und dem Fritz, friſche Honigſemmeln und alten Franzwein. Zweimal hatte ihr der Vater heißen muͤſſen, den Gaͤſten ihre wirthliche Aufmerkſamkeit zu ſchenken. Ein ihr ganz fremdes Gefuͤhl, eine Art jungfraͤulicher Scheue hatte ſich ihrer ſo ſon⸗ derbar bemeiſtert, daß es ihr ſchwer anging, dem Fritz unter die Augen zu treten. In fruͤheſter Kind⸗ heit hatten ſie mit einander gar luſtig geſpielt und getollt. Man hatte ſie ſonſt immer die Wilde ge⸗ ſcholten, und darum mochte Fritz, der damals auch ein ſehr munterer Geſell geweſen, ſie vor allen an dern Kindern am liebſten haben leiden moͤgen. Fritz war wohl fuͤuf, ſechs Jahre aͤlter als ſie, aber deſ⸗ ſen ungeachtet war er ihr doch immer der liebſte Spielkamerad im ganzen Staͤdtchen geweſen. Jetzt hatte er ſie doch noch gar nicht eines Blicks ge⸗ wuͤrdigt, gar nicht gethan, als waͤre eine Renate in der Welt. In Elleben mochten wohl huͤbſchere Maͤdchen geweſen ſeyn; wo hatte er da an die wilde Renate gedacht! Nun, ſo ausgelaſſen, wie ehedem, war ſie jetzt auch nicht mehr, und ſie war ge⸗ wiß recht beſcheiden, und bildete ſich auf ihr Laͤrv⸗ chen nichts ein, aber uͤbertrieben haͤßlich hatte ſie

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