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richtung, an der Dr. Luther, ein tuͤchtiger Sang⸗ meiſter, wohl den Hauptantheil gehabt haben mochte, auch in andern Staͤdten Eingang, und was ehe⸗ dem eine Liebhaberei war, ward ſpaͤterhin ein Muß, ein Joch; denn, Hilaritas, das magſt Du wohl glauben, das einzige Weidenwalde ausgenom⸗ men, wo der wackere Oberamtmann, ſelbſt Muſik⸗ freund und Meneſtrel, den Schulmann wie den Saͤnger zu achten weiß, ſind uͤberall meine herrli⸗ chen Motetten und Cantaten von Haͤndel, Bach und Graun, reine, den Saͤuen vorgeworfene Per⸗ len; denn, wo man, mit Anſtrengung aller Lebens⸗ kraft, ſich vor unverſtaͤndigen, boͤrunfahigen Ohren, die Bruſt wund ſchreien muß, da iſt das Singen eine Laſt, aber keine Luſt.“ 5.
Zu Weidenwalde ſtand vor dem Amthofe, auf dem im Fruͤhlingsgruͤn prangenden Baumanger, eine hochſtaͤmmige Ulme. Unter dieſer fand ſich der alte Oberamtmann, um dem verdienſtlichen Kan⸗ tor das demuͤthigende Singen vor ſeiner und ſei⸗ ner Bauern Thuͤren zu erſparen, mit ſeiner Fa⸗ milie gewoͤhnlich ein, wenn Freund Lehnin, an der Spitze ſeiner tuͤchtigſten Currendaner, zum Gre⸗ sorius⸗Umgang anmarſchirt kam. Auch diesmal be⸗ willkommnete er hier den Meiſter mit deſſen Wan⸗ der⸗Saͤngern, und erquickte die Durſtigen mit einem Trunke friſchen Weins, und gebot nun, da der Kantor die Notenblaͤtter vertheilte, den Bau⸗ ern, die zum Ohrenſchmauſe mit Frau und Kind


