303 gebenen Geduld, nur dem das Leid ihres zerriſſenen Herzens zu klagen ſchien, dem ſie allein noch die Macht zutrauen durfte, es durch den Troſt der ewigen Liebe zu lindern.
Leo, von dieſem Anblick und von dem edelmuͤthigen Schein ihrer Verzichtleiſtung ergriffen, die ſein argloſer Sinn keineswegs fuͤr Schein hielt, naͤherte ſich ihr voll lei⸗ denſchaftlicher Verehrung, aber mit tiefem Schmerz.
O meine Geliebte! rief er aus, ich er⸗ kenne ganz in der Großmuth dieſer Geſin⸗ nungen die Milde Deiner ſchonenden Liebe, die mir das Heiligſte, was der Menſch be⸗ ſizt, den Frieden des Gewiſſens, er⸗ halten will, und meine innigſte Dankbarkeit, ſo wie die felſenfeſt jezt gegruͤndete Ueber⸗ zeugung von dem gediegenen Werth Deines Gemuͤths, knuͤpft mich unwandelbarer fuͤr dieſes und jenes Leben an Dich, als der Glanz Deiner uͤbrigen Vorzuͤge, die ſo ganz mein Herz erfuͤllen. Daher laß uns mit wuͤrdigem Ernſt die ſchweren Stunden er⸗ tragen, die der endlichen Entſcheidung unſe⸗


