33 was mich abhielt, Dir oͤfterer und weniger einſylbig zu ſchreiben.
Aus dem Zuſtand der troſtloſeſten Ver⸗ zweiflung raffte ich mich endlich vermittelſt des Beiſtand's der Religion wieder empor, und die Zeit mit ihrer Milde half den Auf⸗ ruhr beſaͤnftigen, der mein Herz zu brechen drohte. Als ich vom unſaͤglichſten Schmerz zu ſtillerer Wehmuth uͤberging, zog es mich ſo oft mit neubelebter Innigkeit zu Dir hin, und ich nahm dann wohl die Feder in die Hand, Dir Worte der Liebe in die Ferne zu ſenden. Aber unwillkuhrlich zog ſich mein Innerſtes widerſtrebend zuſammen, wenn ich die Geſchichte meiner Leiden vor Dir auf⸗ rollen wollte, wie ein Leichentuch, unter dem die Bluͤthenzeit meines Lebens ſchlaͤft, und zu dieſer Schwaͤche meiner Seele, die in dem oͤfteren Wechſel Deines Aufenthalts eine Entſchuldigung fuͤr ihr Schweigen fand, ge⸗ ſellte ſich noch Kraͤnklichkeit des Koͤrpers, die mich oft vom Schreibtiſch entfernte, wenn die Sehnſucht nach Dir, Du traute Geſpielin meiner Jugend, mich zu ihm hinzog.


