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Die Kokette : ein Roman / von der Verfasserin der Erna, Felicitas usw.
Entstehung
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ſeit Jahren die Ruhe meines Gemuͤths oft ſo ſtuͤrmiſch unterbrachen. Doch— daß ich litt, haſt Du mit mir empfunden, und daß ich hoffnungslos in's Leben blicke, hab ich Dir nicht verhehlt.

Du verließeſt mich vor ſechs Jahren, als Du den Brautkranz um die Locken des begluͤckten Maͤdchen wandeſt, dem der Beſitz des Geliebten nun den Himmel einer ver⸗ meintlich unzerſtoͤrbaren Liebe aufſchloß. Die Briefe, die ich Dir nach Frankreich ſchrieb, enthielten die Begeiſterung eines Herzens, das ſich ganz dem Gluͤck hingegeben hatte, und das in dem ſuͤßen Wahn ſchwaͤrmte, es koͤnne ewig ſo dauern. Doch, meine Freun⸗ dinn, die Maͤnner lieben anders als wir. Wo wir mit der ganzen Kraft unſerer Seele, mit der innigſten Tiefe der Empfindung, mit der heiligſten Treue den geliebten Gegenſtand fuͤr dieſes und jenes Leben umfaſſen, entführt ſie oft ein bunter Traum der Zerſtreuung, der Reiz der Neuheit, und der Wunſch nach Abwechſelung ihren beſſeren Gefuͤhlen, und wir erfahren vielleicht nur das allgemeine