Teil eines Werkes 
2. Theil (1824)
Entstehung
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Töne einer himmliſchen Harfe; ich eilte zum Trauer⸗ gerüſte. die reine Jungfrau war verſchwunden, on den Erzengeln hinweggeführt. Das Gewölbe des Tempels ſchien noch geöffnet, und ein Gold⸗umſäum⸗ tes Gewölk, welches über dem Heiligthume ſchwebte, hauchte himmliſche Wohlgerüche.« 3 Anſelm, erſchöpft durch die Faſten, Kaſteyun⸗ gen und Bußübungen, welche er ſich auferlegte, hatte die Waiſe des Kloſters nur ein Jahr überlebt. Der fremde Ritter erfuhr, daß ein Eremit die

Hütte des Einſamen bewohne. Voll Begierde, dieſen

geheimnollen, ſtillen Aufenthalt zu beſuchen, erſtieg er den wilden Berg, und bemerkte einen Anachore⸗ ten, der am Felſen neben der Hütte kniete. Sein

3 Gebeth achtend, wagte er nicht ſogleich ſich zu nähern; aber bald ſchien ihm die Regungsloſigkeit des heiligen

Mannes die des Todes zu ſeyn. Er trat ihm näher ſeine Beſorgniſſe beſtätigten ſich; der Eremit hatte auf⸗ gehört zu leben, aber erſt vor einigen Stunden: ſeine Glieder hatten noch einige Wärme behaltan. Der Ritter betrachtete aufmerkſam die Züge des Waldbruders; er glaubte ſie wieder zu erkennen, ob

ſie gleich von Leiden und Unglück durchfurcht worden waren. Lebhaft ergriffen, ſuchte er ſeine Vermuthun

gen zu erhellen; er hob den ſchwarzen Mantel des Einſamen, und fand auf ſeinem Herzen eine Locke

on blonden Haaren, welche häufige Thränen gebadet hatten. Er entblößte ſeine Brnſt; ach! kein Zwei⸗

fel mehr: auf ein bekanntes Ehrenzeichen fielen ſeine Blicke, es machte ſeine Muthmaßungen zur Gewiß⸗ heit. Der Krieger ſtieß einen durchdringenden Schrey aus.»O mein erſter Waffengenoſſe! o mein Füh⸗ rer! ſo mußte ich dich wieder finden K..

Der Nitter erkannte den Grafen Ecbert von