Teil eines Werkes 
2. Theil (1824)
Entstehung
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37 ſie aus ihrem finſtern Hinterhalte, und ſetzte ihren Weg ungehindert fort.

»Warum nun dieſe neue Verſammlung der Re⸗ bellen?« ſprach Elodie bey ſich; viſt das Ungewitter auf dem Puncte, ſich zu entladen?.. Aber erſt über⸗ morgen will Palzo mich zum Altare ſchleppen! Ach, gewiß hat er mich als erſtes Opfer gewählt; und die Trauerfackel meiner Hochzeit ſoll vor jener des blutigen Krieges ſich entzünden. Ich muß eilen; die Leuchte ſoll brennen.«

Eine neue Hero ſtieg ſie auf die Zinne des Thur⸗ mes, und allein hier am Fuße der Leuchte rief ſie einen zweyten Leander. Schon durchdrang die Helle ihres Feuers weithin die Dunkelheit der Nacht. Der Him⸗ mel war rein, das Wetter ruhig, die Sterne flimmer⸗ ten am Firmamente, und nur leichte Zephyre beweg⸗

ten den Schleyer Elodien's. Auf dem rettenden Thur⸗ me fil die Jungfrau auf ihre Knie, und das Auge auf die Gebirge des Murten-Sees gerichtet, rief ſie mit klagender Stimme:»Einſamer! Elodie ruft dich.«

Und gewöhnt an die Wunder des Mannes vom wilden Berge überredete ſie ſich, er habe ſie hören können; ſie horchte, ob nicht die Seufzer eines nächt⸗ lichen Hauches ihr Antwort brächten.

Gleich einem glücklichen Schatten blieb Elodie ſo hingeſunken, einen Augenblick unbeweglich; ihr vom Lichte übergoſſenes Gewand lieh ihrer Geſtalt ätheriſche Formen. Wie ein nächtlicher Stern erſchien ſie auf dem Thurme, unbekannt und ſchweigend: oder viel⸗ mehr, weiß, in ſchwärmeriſcher Stellung, und von