Teil eines Werkes 
2. Theil (1824)
Entstehung
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eine Antwort abzuwarten, warf einen Blick des Un⸗ willens und der Verachtung auf die Waiſe, und be gab ſich in ihre Zimmer.

Schon wurden die Befehle der Gräfinn vollzogen: die Vermählung Elodien's mit Palzo wurde feyerlich be⸗ kannt gemacht, koſtbare Behänge verdeckten die Mauern der alterthümlichen Capellez der mit zahlreichen Opfer⸗ gaben bedeckte Altar wurde mit prächtigen Leuchtern geſchmückt. Reiche Teppiche zierten das innere Heilig⸗ thum: von allen Seiten beſchleunigte man die Vorbe⸗ reitungen zur hochzeitlichen Feyer.

Der Ausſpruch der Gräfinn war unwiderruflich, und das Schickſal der Waiſe ohne Rettung beſtimmt.

Der verhängnißvolle Augenblick rückte heran: nur ein Mittel gab es, die Gräfinn zu lenken. In der Macht der Tyrannen, welche ſie beobachteten, ſah die unglückliche Gefangene die Stunden mit Schrecken ſchwinden. Ihr Entſchluß war gefaßt! Verzweiflung herrſchte in ihrer Seele: ſie wollte die Leuchte des Thurmes anzünden. Wer könnte ihr helfen, wenn nicht der Mann der Wunder! wer ſie retten, wenn nicht der Einſame!. 6 Mit ihrem ſternenbeſäeten Mantel deckte die Nacht das Himmelsgewölbe. Die Bergbewohner, wel⸗ che in der Capelle mit den Zurüſtungen für die verhäßte Verbindung beſchäftigt waren, hatten lange ſchon ihre Arbeit verlaſſen. Morpheus hatte ſeinen Mohn über das Kloſter geſtreut; da ging die Jungfrau leichten Schrittes über den langen Corridor der Abtey, und wendete ſich, mit einer Lampe in der Hand, nach der