Teil eines Werkes 
1. Theil (1824)
Entstehung
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mit Zärtlichkeit. Kein Vorwurf, keine Flage kam über ihre Lippen. Sie ſchien nur von der Beſorgniß beunruhigt, ihre junge Freundinn betrübt haben zu können. Ihre Ausdrücke waren die einer über das Schickſal ihrer Tochter beſorgten, und einzig mit ih⸗ rem Glücke beſchäftigten Mutter. Der Fürſt Palzo, eben ſo zärtlich, aber achtungsvoller, hörte auf, Elodien mit jener beleidigenden Zutraulichkeit zu behandeln, welche der wahren Liebe fremd iſt. Seine Aufmerkſam⸗ keiten waren zart, ſeine Blicke ſchmeichelnd, ſeine Worte zurückhaltend. Die furchtſame Waiſe hatte ſeine Gegenwart nicht mehr zu fürchten, und mehr⸗ mahls wendete ſich ihr Blick mit Dankbarkeit auf ihre Beſchützerinn.

Es war Nacht. Elodie hatte ſich in ihre Zelle zu⸗ rückgezogen, und an's Fenſter geſetzt; wenig geneigt zur Ruhe, und ganz in ihre traurigen Betrachtungen verloren, dachte ſie an Herſtall, und fühlte, daß ihre Thränen floſſen. Sonſt hatte Elodie allein das Klo⸗

ſter bewohnt, und es ſchien ihr mit theuren Weſen

angefüllt. Heute ſchloß dieſer alterthümliche Aufenthalt

in ſich eine zahlreiche Menge, un ur für ſie nur

eine Wüſte. Auf den fernen Gipfeln der Gebirge irrten alle ihre Gedanken umher, dorthin verſetzte ſich ihr ganzes Seyn; die dürren Felſen des Mur⸗ ten⸗Sees zeigten ſich ihrem Blicke wie bezaubert. Ach! um das Weltall zu beleben, um die Matur durch zauberiſche Prismen zu betrachten, was bedarf der Menſch, der mitten unter die Menſchen hingeſtellt iſt? Ein Herz, das dem ſeinigen entſpricht. Es