— 3— ihn, junge Blume des Thales, ſein Hauch iſt ver⸗ giftend, ſeine Gegenwart kündigt den Tod an!«—
„Laſſet mich,« ſagte Elodie, indem ſie zu fliehen ſuchte, und blieb unbeweglich vor Schrecken: Laſſet mich ich kann euch nicht begreifen.«
Wieder zu ſich ſelbſt gekommen, und mit einem ruhigern Tone nahm der unerforſchliche Mann das Wort:— vIch halte euch keineswegs zurück; nichts hemmt eure Schritte. Du, Taube des Kloſters! nein, nie mögen nächtliche Lüfte zu deinem Ohre jene kla⸗ genden Laute tragen, vor welchen die Glieder erſtar⸗ ren. Lebe wohl; bethe!.... Ferne ſey von mir der Gedanke, dir jemahls zu ſagen: Liebe le
Indem er dieß letzte Wort ausſprach, floh er plötzlich. Wie von einer ungeheuren Laſt befreyt, erlangte die Nichte Herſtall's bald wieder den Gebrauch ihrer Sinne: ſie durchlief mit Haſt die Gallerie, die Gärten und den Hofraum der Abtey; ſodann flüchtete ſie ſich, nachdem ſie die Treppe ihres Thürmchens em⸗ porgeſtiegen war, noch voll Unruhe, tief in ihre Zelle.
Ein ſtürmiſcher Wind hatte ſich erhoben, und blies mit Wuth unter die äußern Bogenwölbungen des Floſters. Der Regen fing an, in Strömen zu fallen, und das alte Kloſter ſchien erſchüttert durch den Orcan. Das Fenſter der Waiſe, vom Sturme geſchlagen, flog klirrend auf; und die Tochter Saint-Maur's, von Schrecken ergriffen, betrachtete das ewige Gewölbe, das nach allen Richtungen von dichtem Gewölke über⸗ zogen war, und die der Erde drohenden Himmel. Ach! in dieſem Augenblicke glich die Verwirrung ihrer Ge⸗
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