16 ſchiedenen Trachten, in tauſend fremdartigen Geſtal⸗ ten zeigt er ſich, ſagt man, im Thale, und das Volk, erſtaunt über das Wunderbare, ihn nicht zu ſehen, wo es ihn ſehen zu müſſen glaubte, ſucht ihn, wo er nicht geſehen werden kann. Daher die unbegreiflichen Erzählungen der Gebirgsleute. Der Eine behauptet, ihn des Abends geſehen zu haben, wie er über den See ging, und feſten Fußes auf dem Waſſer einher⸗ ſchritt, wie der Apoſtel auf den Ruf des Herrn. Ein Anderer ſah ihn von einem Felſen in den Strom hin⸗ abſpringen, in der Geſtalt eines Schwanes; gleich dem Könige der Ligurier am Grabmahle des Phaeton. Die Eine, welche auf ihrem Sterbebette aus ſeiner Hand den Trank empfing, welcher ſie dem Leben wie⸗ der gab, verſichert, daß er ihr erſchienen ſey, die Stirne bekränzt mit einem Lichtkreiſe, wie der Engel des Berges Golgotha bey der Verkündigung der Auf⸗ erſtehung. Eine Andere, durch ſeine edelmüthigen Ge⸗ ſchenke aus dem Elende gerettet, behauptet, ihn mit⸗ ten in einem Gewitter auf einem flammenden Wagen in den Lüften ſchweben geſehen zu haben, gleich Elias des Jordan's Ufern. Endlich als Gegenſtand der — e, des Schreckens und der Bewunderung gilt der Einſame des wilden Berges für den Geiſt des Geheim⸗ niſſes, für den Helden der Wohlthätigkeit, und den Mann der Wunder.«
„Welch eine ſeltſame Zeichnung!« rief Herſtall aus.»Aber Ihr, Anſelm, was denkt Ihr wohl von ihm 26—„Ich wage noch nicht, ihn zu beurtheilen ſeine Handlungen kündigen eine große Seele an; und


