Heft 
(2025) 1/2025. Dezember 2025
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 83

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Der Hüter und Uberlieferer der Fotos, Wladyslaw Pytlik. Foto O GFH(Reg. Nr. 38232p)

im Juli 1944 geschossen wurden, die bislang nicht überliefert sind, der Fo- tograf also mindestens sechs von Zwölf möglichen Aufnahmen des 120er Roll- films machte.

Am 4. September 1944 wurden die KontaktabZüge und ein vergrößertes Foto vom polnischen Widerstand aus dem Lager heraus zu dem lokalen Un- tergrundaktivisten Wladyslaw Pytlik nach Brzeszcze und von dort nach Krakau geschmuggelt. Pytlik verwahr- te sogar sieben Kontaktab?züge bis zu Seinem Tod im Jahre 1984. Verschiede- ne Verbindungen mit polnischen Zivilarbeitern und polnischen Fin- wohnerinnen aus der Umgebung konnten dies ermöglichen.

Der unbelichtete Hilm wurde nicht

verschickt, da eine Beschädigung des empfindlichen Materials die Zer- störung der Aufnahmen zur Folge gehabt hätte. Daher mussten die Fotos innerhalb des Lagers professionell entwickelt werden, in einem Film- labor, das Hãäftlinge beschäftigte, die in der Lagerwiderstandsbewegung tätig waren, beispielsweise im Erkennungs- dienst oder bei der SS-Zentralbaulei- tung. Ohne die Kooperation zwischen der Widerstandsgruppe im Sonder- kommando und derKampfgruppe Auschwit? mit ihren Verbindungen zur polnischen Untergrundbewegung außerhalb des Lagers hätten die Fotos keinesfalls an die SOffentlichkeit gelangen können. Die Sonderkom- mando-Fotos sind daher Beleg einer erfolgreichen Zusammenarbeit ver- schiedener Widerstandsgruppen und einer gelungenen Rettungsaktion von einzigartigen Beweisen des Massen- mords.

Ausblick

Es ist anzunehmen, dass weitere Kontaktab?Zũge in Privatbesit? oder in nicht erschlossenen Archiv-Sammlun- gen auf ihre Entdeckung warten. Wir wisSen, dass mehrere Kontaktabzüge unterschiedlicher Qualität angefertigt wurden und können davon ausgehen, dass sie wahrscheinlich an mehrere Kontaktpersonen verteilt wurden, um die Rettung der historisch einzigarti- gen Fotos sicherzustellen. Welche Wege die Fotos zurückgelegt hatten und wie viele Personen involviert wa- ren, kann aufgrund der konspirativen Tätigkeit nicht mehr rekonstruiert