Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 45
Bürgerkrieg, Alter Fajnzylberg, der ge- meinsam mit S?Zmulewski 1942 aus Frankreich nach Auschwit? deportiert worden war.
Fajn?zylberg war einer der wenigen Sonderkommando-Uberlebenden und behauptete nun, dass er selber die Fotos gemacht habe und dass S?Zmule- wski niemals ein Krematorium betre- ten hätte. In Fajnzylbergs überliefer- ten Aussagen aus dem Jahre 1945 wird die Heldentat an keiner Stelle er- wähnt. In seiner Zeugeneinvernahme vom 16. April 1945 vor der Krakauer Bezirkskommission zur Untersuchung deutscher Verbrechen in Auschwitz Sagte er lediglich, eine Kamera sowie Notizen in der Nähe eines Krematori- ums vergraben zu haben, was zumin- dest seine frühe Kenntnis von der Exi- sten? einer Kamera auf dem Krematoriumsgelände belegt.
Der ehemalige Stubendienst in der Häftlingsunterkunft von Krematori- um III, Shlomo Dragon, behauptete hingegen in einem Interview Anfang der 1990er Jahre, dass er es gewesen Sei, der die Kamera versteckt und der Sowijetischen Untersuchungskommis- sion im März 1945 übergeben hätte. Allerdings wird diese Angabe in zwei Vernehmungsprotokollen Dragons von 1945 und in anderen Interviews nicht bestätigt. In einem früheren In- terview von 1982 behauptete Dragon dagegen, dass er Granaten versteckt und der Sowjetischen Untersuchungs- kommission gezeigt hätte, die von ihr später ausgegraben worden wären. In Sowjetischen Untersuchungs- und Fundprotokollen ist jedoch weder der
HFund einer Kamera noch von Grana- ten dokumentiert.
Darstellungsinderungen
Nachdem S?Zmulewski seine Dar- stellung trot? erheblicher Zweifel von unterschiedlichen Seiten nicht geän- dert hatte und eine Stellungnahme zu den Finwänden ablehnte, schlugen franzõsische Vertreter des Internatio- nalen Auschwitz-Komitees im Jahre 1966 vor, dass zur Erledigung der zwei- felhaften Angelegenheit eine diplo— matische Gegendarstellung durch die Sprachregelung„kollektive Autoren- schaft“ erreicht werden könne. Zur of— fiziellen Gegendarstellung kam es nicht, weil ein Skandal vermieden wer- den sollte. Allerdings veränderte Fajnzylberg seine Darstellung dahin- gehend, dass er nun angab, die Fotos in Zusammenarbeit mit den Sonderkom- mando-Uberlebenden Shlomo und Abraham Dragon gemacht zu haben. Er blieb aber dabei, selber fotografiert zu haben. Pine Beteiligung an den Fotoaufnahmen wurde von den Brü— dern Dragon jedoch nie bestãtigt.
Fajn?ylberg behauptete weiter, S?mulewski hätte ihm lediglich die Kamera übergeben und nach den Auf- nahmen den Hilm im Birkenauer Män- nerlager in Empfang genommen. Zu- dem bezeichnete er sich in seinen Brinnerungen nicht nur als Fotogra- fen, sondern auch als einen der Orga- nisatoren des Sonderkommando-Auf— Stands, was in beiden Fãllen von keiner anderen Quelle bestätigt werden kann. Mit dieser Version ergänzte Fajnzylberg in der zweiten Hälfte der


