Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 41
Finer der dem Auschwitz-Museum 1985
übergebenen Kontaktabzüge(„3. 7 Neg. Nr. 281“. Foto O APMA-B
Die Lagerwiderstandsbewegung in— formierte über die Mõglichkeit, gehei- me Fotos machen Zu kõnnen und über den Bedarf an Rollffilmen also erst, nachdem die Foto-Aktion im Sonder- kommando bereits abgeschlossen war.
Nach dem Bekanntwerden dieser einzigartigen Fotos fragten sich viele Menschen, wie diese Beweisfotos überhaupt entstehen konnten, wie sie gerettet wurden und vor allem wer der mutige Fotograf war. Das geheime Fo- tografieren von Vergasungen und Lei- cheneinäscherungen in den Kremato- rien war fast unmöglich. Diese Vorgänge Spielten sich innerhalb der isolierten Gebäude ab, was den Foto- grafen vor Belichtungsprobleme stell- te und zugleich das Risiko, entdeckt Zu
werden, erhöhte. Das Umgebungslicht im Krematorium reichte für genügend belichtete Aufnahmen nicht aus und hätte ohne Verwendung von Stativ und Drahtauslöser eine Bewegungs- unschärfe auf den Fotos zur Folge ge- habt. Deshalb konnten brauchbare Aufnahmen nur bei guten Kichtver- hältnissen im Freien entstehen und waren nur in der Umgebung der Ver- brennungsgruben, also nur an zwei Orten in Birkenau möglich.
Bei Bunker Ventkleideten sich die Mordopfer im Sommer 1 944 in eigens aufgestellten Pferdestallbaracken, vor Krematorium V hingegen im Freien, auf einem von Bäumen umsäumten Platz. Der Vernichtungsablauf vor und nach der Vergasung konnte deshalb am ehesten bei Krematorium IV nach- einander fotografiert werden, da der Fotograf sich dort neben dem Entklei- dungsplat? auf dem Zufahrtsweg mit ausreichendem Sicherheitsabstand unauffällig hinter Bäumen bewegen und von diesen verdeckt werden konnte. Im Krematorium konnte er versteckt schräg aus der Türöffnung einer Gaskammer in Richtung der of— fenen Verbrennungsgruben fotogra- fieren.
Auftragsarbeit oder Figeninitiative
Nach Veröffentlichung der Fotos wurde behauptet, dass sie im Auftrag der polnischen Lagerwiderstandsbe- wegung angefertigt worden seien und dass die Kamera ins Sonderkomman- do geschmuggelt worden sei. Ver- meintliche Mitwisser oder Zeugen verbreiteten die abenteuerlichsten


