Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 8
Nach vier Tagen in Auschwitz und in Oswiecim besucht die Reisegruppe im November 2024 auch Krakau, wo dieses Foto entstand.
die im Konzentrationslager Auschwitz ermordet worden waren. Die Namen klangen nach sie brannten sich für ei- ne kurze Zeit in meinen Kopf ein. Als wir aus dem Tunnel traten, standen wir plõtzlich auf dem Gelände: blauer Himmel, Sonnenschein, rote Klinker- bauten— eine Stille, die in scharfem Kontrast zu dem Grauen stand, das sich hier abgespielt hatte. Ich wusste, was geschehen war, konnte es mir aber (noch) nicht vorstellen— geschweige denn fühlen. Das sollte sich jedoch schnell ändern.
Fine Begleiterin des Museums führte uns durch das Lager und die Dauerausstellungen. Sie überhäufte uns mit Informationen; ich konnte kaum alles aufnehmen. Die ausgestell- ten Haare, Kleidungsstücke, Gepäck- stücke und persõnlichen Gegenstände der Opfer sowie die Fotografien der Häftlinge machten die unfassbare Grausamkeit begreifbarer— und zu- gleich noch unbegreiflicher.
In den folgenden Tagen besuchten wir immer wieder das Stammlager J. Die Sicherheitskontrollen wurden zur Routine. Wir bekamen die Gelegen- heit, uns selbständig auf dem Gelände zu bewegen und die verschiedenen Länderausstellungen in eigenem Tem- po Zu besuchen. Matthias und Alexan- der führten uns ebenfalls durch das La- ger und teilten ihr unermessliches Wissen mit uns. Besonders eindrucks- voll war die Arbeit im Archiv der Ge- denkstätte Auschwitz, die wir ebenfalls kennenlernen durften— eine Arbeit, die wohl nie abgeschlossen sein wird.
Im Block 25 erhielten wir einen ex- klusiven Finblick in eine besondere Kunstausstellung: Kunstwerke, die zwischen 1940 und 1945 von Häftlin- gen geschaffen worden waren. Diese Werke, teils Auftragsarbeiten, teils persõnliche Erinnerungen, hielten das Erlebte fest und halfen vermutlich da- bei, es zu verarbeiten. Da diese Aus- stellung der Offentlichkeit normaler-


