Heft 
(2025) 1/2025. Dezember 2025
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4 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer

Wenn die Vorstellungskraft nicht mehr ausreicht.. Studienreise nach Oswiecim(Auschwitz) und Krakau(Nov. 2024)

Von Alexandra Brunkow

Meine Kollegin bat mich, sie zu vertreten, da sie an einer Studienreise nach Auschwitz teilnehmen würde. Wir unterhielten uns kurz darüber, dann arbeitete ich weiter. Am Ende der Studienreise bat sie mich erneut, sie noch ein paar Tage länger zu ver- treten sie brauche noch etwas Zeit, um die Eindrücke zu Hause zu verar- beiten. Als wir uns im Büro wiedersa- hen, wollte ich alles über ihre Erfah- rungen wissen. Sie begann zu erzählen, und noch am selben Tag meldete ich mich für die Studienfahrt mit der Lagergemeinschaft Auschwitz nach Oswiecim(Auschwitz) und Krakéw (Krakau) an. Fine bessere spontane Entscheidung hätte ich nicht treffen können.

Kurz vor der Reise wurde ich im- mer nervöser. War es tatsächlich die richtige Entscheidung, eine solche Reise alleine anzutreten? Würde ich Anschluss finden? Wie würde ich mit dem Gesehenen und Erlebten zu- rechtkommen? Hätte ich mir vorher mehr Wissen aneignen müssen? Ich stellte mir unzählige Fragen. Doch kei- ne meiner Befürchtungen sollte sich bewahrheiten.

Am Jag der Anreise lernte sich die Gruppe erstmals am Flughafen Frank- furt/ Main kennen. Zaghaft kamen wir ins Gespräch. Wir flogen nach Krakau,

wurden am Flughafen mit einem Bus abgeholt und fuhren zurInternatio- nalen Jugendbegegnungsstätte? nach Oswiecim. Nachdem wir unsere Zim- mer bezZogen hatten, luden Matthias und Alexander, die Organisatoren der Studienreise, zu einer Vorstellungs- runde ein. Jede:r Teilnehmer:in bekam die Gelegenheit, sich vorzustellen und die persõnlichen Beweggründe für die Jeilnahme zu schildern. Matthias und Alexander wussten, was sie taten denn mit dieser Vorstellungsrunde war die anfängliche Zurückhaltung über- wunden, und die Gruppe wuchs zu sammen. Jung und Alt, angereist aus der gesamten Republik, mit unter- Schiedlichsten Biografien, verband ein gemeinsames Ziel: lernen, verstehen, schen, fühlen, gedenken das einte uns die gesamte Woche.

Am nächsten Tag fuhren wir zum ersten Mal zum ehemaligen Konzen- trationslager Auschwitz I(Stamm- lager). Bevor wir das Gelände betre- ten konnten, mussten wir eine Sicherheitskontrolle passieren. Ich fühlte mich für einen kurzen Moment wie am Flughafen. Es war voll, es war laut, überall piepste es. Danach trafen wir unsere Begleiterin, die uns durch das Lager führen würde. Gemeinsam durchquerten wir einen neu gebauten Betontunnel. Während wir uns hin durchbewegten, erklangen aus Laut- sprechern die Namen der Menschen,