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(2013) 2013
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 11

ten- in der Goethe, Schiller, Bach, Mann, Beethoven, Mozart, Wagner und andere weltberühmte Werke schufen. Dies zeugt von der Kraft eines organi- sierten Angst-Apparats, aber auch von seiner betörenden und anzichenden Kraft. Die Aufschrift„Gott mit uns“ auf den Gürteln der Wehrmacht und nicht nur dort erlaubt uns, Auschwitz zumin- 6 ein bißschen zu verstehen.

Die SSMänner, die die„Schmutzar- beit“ erledigten, indem sie die„Endlö- sung der Judenfrage“ realisierten, hat- ten aber auch ganz einfach Angst. Hãtten sie die Ausführung von Befehlen verweigert, wãren sie an die Ostfront ge- schickt worden. Davor hatten sie die größte Angst. Und gleichzeitig wussten sie, dass andere ihren Platz einnehmen würden und sich im Lager nichts ãndern würde. Die heutige Rechtfertigung des Verhaltens von SS-Leuten mit dem Argument, sie hätten aus einer höheren Notwendigkeit oder unter Befehlsdruck gchandelt, geht jedoch an der Wahrheit vorbei.

Viele wollten sich an der Aufnahme von Hãftlingen an der Rampe in Bir-

nau ganz bewusst beteiligen, weil sie sich dabei bereichern konnten. Manche haben auch paktiert mit den Hãftlingen, die fürs Sortieren und Lagern der hãufig wertvollen persõnlichen Gegenstände von vergasten Opfern zustãndig waren.

Nach dem Krieg wurden von den rund 9.000 SSMännern aus der Beleg- Schaft von Auschwitz-Birkenau nur et- wa 700 zur Verantwortung gezogen. Und was geschah mit den anderen?

Es gab leider nur wenige Leute in Auschwitz, die trotz des Jerrors genü- gend Mut hatten, den Häftlingen zu hel- fen. Man muss hier Maria Stromberger

eine Krankenschwester aus dem 88- Revier- nennen sowie auch Hans Münch oder den Kapo Otto Küsel. Manche haben versucht, zumindest annähernd„menschlich“ zu sein. Die- jenigen, die sich offen den unmensch- lichen Befehlen widersetzten, wurden früher oder später an die Ostfront geschickt oder haben sich selbst in einem Konzentrationslager wiederge- funden. Dies ist ein weiteres Thema, das tiefgründige Studien und Analysen er- fordert.

War Auschwitz möglich? In der Tat! Durch die Akzeptanz der Nazi-Ideolo- gie in der deutschen Gesellschaft und die systematische Schulung von Legio- nen gehorsamer, jeden Befehl blind ausführender Nazis wurden Auschwitz und die anderen Konzentrationslager möglich.

Ein eil des deutschen Volkes konn- te nicht über den Ausmaß der Verbre- chen Bescheid wissen. Vertrauensträger von Gestapo und Sð sowie von anderen Nazi-Organisationen haben in jener Zeit die Fakten des Völkermordes be- wusst verheimlicht oder verharmlost. Nach dem verlorenen Krieg, nach den Nürnberger Prozessen sowie einigen ProZessen gegen einzelne Verbrecher musste die Wahrheit aber alle erreichen und überzeugen vor allem jene, die sich nicht direkt beteiligten, sondern„nur“ versuchten, die Nachrichten über die Liquidierung der Feinde des„III. Rei- ches“ nicht zur Kenntnis zu nehmen.

Nicht alle Henker wurden vor Ge- richt gestellt, aber die Geschichte erin- nert bis heute an den Jatbestand des un- menschlichen Völkermordes. Die Wahrheit über Auschwit? bleibt als Warnung für die Menschheit dieser Welt