Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 33
Der Fall Hohmann und die Ausstellung„Legalisierter Raub“ in Fulda
Der Fall des Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann aus der Bundestags- fraktion der CDU steht in direktem Zusammenhang mit der Ausstellung„Legali- sierter Raub“ die im Februar und Mãrz in Fulda zu sehen ist. Für diese Ausstellung hat die 1925 geborene Charlotte Opfermann Exponate ihrer Familie zur Verfügung gestellt. Die dem Holocaust entkommene Jüdin lebt heute in den USM und hat es sich zur Angewohnheit gemacht, im Internet über die Stadt und Region nachzu- forschen, in der die Ausstellung gezeigt werden soll. So stieß sie auf die Homepage der CDU Neuhof und dort auf Hohmanns antisemitische Rede mit dem itel„Ge- rechtigkeit für Deutschland“ mit der er sich durch die Aneinanderreihung von Kli-
9 den Zuspruch breiter Bevõlkerungskreise verschaffte. Hohmann, den Char- btte Opfermann zunãchst für einen· Magie und Okkultismus verfallenenRedner hielt, entpuppte sich als zuständiger CDU-Abgeordneter im Innenausschuß aus- gerechnet für das Thema Zwangsarbeiter Entschãdigung Nach Rücksprache mit den Veranstaltern der Ausstellung wurde Hohmanns Rede schließlich bundesweit verbreitet· mit den bekannten Folgen.
Die Ausstellung mit dem Untertitel Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen 1933 bis 19450 ist vom 13. Feburar bis 21 März 2001 in Fulda im Vonderau Museum zu sehen.
Anhand zahlreicher Dokumente, Fotografien und Exponate stellt sie die Ge- schichte des gesetzlich legalisierten Raubzuges und seiner Opfer vowie die Zen- trale Rolle des Fiskus in dem Geschehen dar. Die Ausstellung war bisher in Frankfurt am Main. Marburg, Gießen und Darmstadt zu sehen. Für die bevor- stehende Präsentation in Fulda wird die Ausstellung mit einem neuen, regiona- len Schwerpunkt versehen. Sie wird von einem Veranstaltungsprogramm beglei- tet, das unter anderem einen Stadtrundgang zur jüdischen Geschichte Fuldas, Vortrãge, Führungen und Seminare für Schulen vowie ein Erzählcafé vorsieht.
Anmeldungen zu Führungen durch die Ausstellung werden unter der Tele- fonnummer(0661) 928350 entgegengenommen.
Zur Vor- und Nachbereitung eines Ausstellungsbesuches steht eine Mappe mit Arbeitsmaterialien und Bearbeitungsvorschlägen zur Verfügung. Schulen aus Fulda und Umgebung kõnnen diese kostenfrei bei der Ernst-Ludwig Cham- brẽ Stiftung anfordern(c/o K. Konrad-Leder. Birkenstraße 37, 35428 Langgöns, mail: Dr. Konrad-Lederòt-online. de. Fax 06403 928704). Einzelexemplare kön- nen zum Preis von 8.50 Euro vom Verlag bezogen werden(Booxpress, Verlag der Druckwerkstatt Fernwald. Hauptstraße 26. 35463 Fernwald, Fax:06404 90491).
Zur Ausstellung ist außerdem in der Reihe sSelecta der Sparkassen-Kultur- stiftung HessenThüringen ein Katalog erschienen, der zum Preis von 5 Euro im Museum erworben werden kann. Dort ist auch„Der große Raub“ ein Film des hessen fernsehens von Henning Burk und Dietrich Wagner, als Kaufvideo Zum Preis von 15 Euro erhãältlich.


