26 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschvitzer
stand an einem Jag stattfinden sollte an dem kein ransport im Lager ankommt und daß er um 16:30 Uhr ausgelöst wer- den sollte Da am 7. Oktober weder ein Zugangs- noch ein Vernichtungstrans- port in Birkenau eintraf und lediglich die Tagschicht von Krematorium I rest- liche Leichen einzuäschern hatte, schi- en dieser Tag dafür prädestiniert zu sein. Da zudem die erwartete Selektion noch nicht stattgefunden hatte, gehen einzelne Uberlebende sogar von der Annahme aus, daß der dritte Auf— Standstermin auf den Nachmittag des 7. Oktober festgelegt worden wäre, um die Selektierten noch im letzten Augen- blick zu retten. Tatsächlich traf aber ei- ne Jerminbestätigung nie ein. die 300 wurden von der Welt und ihren eigenen Kameraden, wie schon hunderttausen- de Juden vor ihnen, ihrem Schicksal allein überlassen. Währendessen warte- ten die Anführer des Sonderkomman- dos geduldig auf eine positive Nach- richt ihrer scheinbar Verbündeten.
Eine Revolte einzelner Todeskandidaten
Am Morgen des 7. Oktober 1944 er- fuhren die Häftlinge des Sonderkom- mandos schließlich noch, daß am sel- ben Tag Zur Mittags?zeit der Fransport mit den 300 Selektierten aus der Be- legschaft der Krematorien III-IV zu- sammengestellt und abgeholt werden sollte. Der Planungsstab im Sonder- kommando hielt nach eingehenden Be- ratungen jedoch weiterhin an der Ent- cheidung fest, daß die Selektion keine günstige Gelegenheit zum Aufstand biete und der Zeitpunkt für eine allge- meine Erhebung abzuwarten sei. Dar-
aufhin bestãtigte Kapo Welbel aus Kre- matorium III dem Unterkapo Lemke von Krematorium II, daß sich an der Gesamtplanung nichts ändern würde und die Aktivisten unter allen Umstãn- den Ruhe bewahren würden.
Während die Gruppe der sechs Es senholer gerade das Gelände der Kre- matorien IIl und IV passierte. dort ei- nige Beminkübel zurückgelassen hatte und auf dem Weg zu Krematori um Il war, fand um 13:25 Uhr der Se- lektionsappell im umzäunten Hof des Krematoriums III statt. Die Selektion wurde von etwa 20 SSAngehörigen durchgeführt, darunter Vertretern der politischen Abteilung. Angetreten wa- ren die 170 Mann umfassende Tag und Nachtschicht von Krematorium IIl und fast vollständig die 146 Mann der 154 Mann umfassenden Tag- und Nacht- schicht von Krematorium IV insgesamt also 316 Häftlinge. Etwa 260 dieser Hãftlinge kamen aus Ungarn sowie ei- nige aus Griechenland. Eine kleine Gruppe von etwa acht Hãftlingen des Krematoriums IV war dagegen trot? des allgemeinen Apells weiterhin zur Aufrechterhaltung des Krematoriums- betriebs eingeset?t und unter andere nördlich von Krematorium IV mit dem Zerstoßen der nicht restlos verbrann- ten Knochenteile beschäftigt.
Von den auf dem Hof Versammel- ten wurden schãtzungsweise 30 privile- gierte Häftlinge vom Apellführer aus- gesondert und in den an die Kom- mandoführerstube von Krematorium IV benachbarten Raum eingesperrt. Dies war genau die Hãftlingsan?ahl. die für die Aufrechterhaltung des normalen Betriebs in den Waldkrematorien er- forderlich war. Unter den Ausgewähl-


