Heft 
(2002) 2/2002. Dezember 2002
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 3

lenkentzündungen sowie Rücken-, Nieren- und Lungenerkrankungen sind meist die Folge von jahrelanger Zwangsarbeit und Unterernährung.

Viel schlimmer noch sind die psy- chischen Probleme. Depressionen, Le- bensunlust und Angstzustãnde sind ty⸗ pische Symptome des so genannten KZSyndroms, unter dem alle ehema- ligen Häftlinge leiden.

So haben viele Patienten Angst, im Gunpem zu schlafen, wie Oberschwe- ster PoZnanska erläutert. Bei ärztli- chen Untersuchungen fürchten sie sich vor schmerzhaften medizinischen Experimenten. Im Fieberdelirium durchleben sie häufig noch einmal die Gewalttätigkeiten der SSSchergen, und Anzeichen von Altersdemenz ma- nifestieren sich oft darin, dass die Pa- tienten wie einst im Lager Essensreste im Schrank verstecken. Hier ist eine hohe Sensibilität des Pflegepersonals erforderlich.

Neue Gesetzgebung drängt ehemalige KZ-Häftlinge in Isolation

Warum unser Engagement in Po- 6 weiterhin dringend notwendig ist,

wird auch dadurch deutlich, dass der polnische Staat(im Zuge dessen, was alswirtschaftliche Konsolidierung Voraussetzung für den Beitritt zur Eu- ropãischen Union ist) einige Vergün- stigungen im Gesundheitswesen sowie bestimmte Förderungen bei der Nut- zung von õffentlichen Verkehrsbetrie- ben abgeschaft oder eingeschränkt hat, von denen auch und gerade ehe- malige Häftlinge der Konzentrations- lager direkt betroffen sind. So sind ei- nige ärztliche Behandlungen und

Befreiung

Für uns: Kriegsende

Für die Opfer: Wiederkehr alles Erlebten.

Alpträume, Absturz ins Bodenlose, KZ-Syndrom

aus Auschwitz-Alphahet von Anne- Marie Fabian

Medikamente, die bisher umsonst wa- ren, kostenpflichtig geworden. Fhemalige KZHäftlinge konnten bisher kostenfrei auf allen Linien des öffentlichen Nahverkehrs innerhalb Polens fahren, nun sollen nur noch Er- mãßigung von 37 Prozent für die erste und 78 Prozent für die zweite Klasse bei Bus- und Bahnfahrten gelten. Ganz wegfallen sollen diese Ermãäßi- gungen für Furo- und Intercityzüge. Aber heute fahren auf der Strecke Wars?awa-Krakéw und Warszawa- Katowice(Richtung Oswiecim) nur diese Züge, für die die Konzentrati- onslagerhäftlinge und andere Kriegs- invaliden keine Ermäßigung mehr ha- ben. Dieserschwert oder macht es unmöglich, Kontakte mit dem Muse- um in Auschwitz zu unterhalten, wie auch die Gruppen von Jugendlichen nach Auschwit?z zu begleiten, was eine Grundlage der Kontakte der Gesell- schaft zur Betreuung von Auschwitz zu den Jugendlichen ist, wie uns der Auschwitz-Häftling Lech Piekalkie- wicz aus Warschau schrieb. Einschnitte gibt es desweiteren bei den bisherigen Vergünstigungen für Auto-Versicherungen sowie bei Rund-