6 Freundes Stanis-
Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 1
Pflegschaften in Krakau
Zu den beiden Pflegschaften der Lagergemeinschaft in Krakau gibt es traurige aber gleichzeitig auch trõstli- che Neuigkeiten.
Stanislaw Smialek, der als„KZ- Tourist“?, wie er sich einmal bitter selbst nannte, in fünf deutschen Konzentrati- onslagern inhaftiert war, ist gestorben.
6 die finanzielle Hilfe unseres Ver- ins wurde es ermöglicht, dass er die letzten anderthalb Jahre seines Lebens nicht nur bettlägrig verbringen musste. Mit Unterstũt?ung der Betreuer konn- te er fast tãglich das Bett verlassen und „in seinem geliebten Sessel sitzen“, wie aus Krakau mitgeteilt wurde. Auch hat ihm das Vorlesen und die sonstige Be- treuung sehr geholfen, ruhig zu bleiben und nicht mehr so oft in ein traumati- sches Delirium zu verfallen. Stanislaw Smialek hat lange Jahre sehr isoliert
chemalige Auschwitz-Häftling, der aufgrund von Spãtfolgen der erlittenen Schläge und Verletzungen teilweise gelähmt war, war nicht nur in der Lage, wieder Laufen zu lernen- quasi ge- meinsam mit seiner kleinen Urenkelin er konnte im Sommer sogar das Haus verlassen, im Park spazieren geführt werden, auf der Bank sitzen und Freunde wiedersehen. Sprechen hat er leider nicht mehr gelernt, da das Sprachzentrum zu sehr zerstört ist, aber er versteht und reagiert mit Kõr- persprache.
Lee-Plisabeth Hölscher-Langner, die das von der Lagergemeinschaft un- terstũtzte Betreungs und Pflege-Netz- werk in Krakau aufgebaut hat, über- mittelte uns den Dank der Familie von Pawel Rzepa, den wir an alle Spender und Förderer hiermit weitergeben:
und in großen Angst- zuständen gelebt. Sein Tod wurde uns als ein ruhiges Hinübergleiten beschrieben.(Mir fällt dabei die Aussage un-
aw Hantz aus Zgorce- lec ebenfalls ehemali- ger Auschwitz-Häftling ein, der einmal am To- tenbett einer Freundin äußerte:„Es spielt eine große Rolle, wie man sterben kann.*)
Bei Pawel Rzepa, unserer zweiten Paten- schaft, hat die Rehabi-
Pawel Rzepa, ehemaliger Auschwitz-Häftling, hat dank der durch die Lagergemeinschaft ermöglichten physiotherapeuti- litation sichtbare Fort- schen Anwendungen wieder Laufen gelernt. Links Jaroslaw schritte gebracht. Der Kaczor vom Krakauer Betreuungs-Team.


