Heft 
(2002) 1/2002. Juni 2002
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Antisemitismus in Deutschland im Jahr 2002 Finige Schlaglichter

Annetta Kahane(Mitglied der jüdi- schen Gemeinde Berlin und seit jeher Kritikerin von Scharons Politik) und Ralph Ghadban(Teilnehmer an der DemonstrationSolidarität mit Palãs- tina) führten in dertages?zeitung(13. April 2002) ein Streitgespräch, bei dem es auch Ubereinstimmungen gab. Kahane: Jch helkomme in Gesprächen, in den großen Jageszeitungen, in Kin- derläden und Schulen mit, dass es eine

lianzhildung gibt, einen Rückgriff Auf antisemitische Stereotype, die mich erschreckt. Derzeit habe ich das Ge- fühnl, dass ich immer erst mal Sagen muss, dass ich Scharon total verurteile, hevor ich etwas Sagen darf So einen Kotau lehne ich ab.

Ghadban: Bei manchen, die vich so eif- yig für die palãstinensische Sache ein- Setzen, hin ich Selbst erschrocken. Bei denen habe ich das Gefiihl dass vie we- niger für Palstina als gegen die Juden Sind. Ich habe den Eindruck, dass die Motivutionen für die jeweilige Haltung üher für Iruel heute für Paldstina zu Sein nichts mit dem palòstinensisch- is- ruelischen Konflikt zu tun haben. Die Griinde dafür liegen in einer deutschen Prohlematik und das finde ich heunru⸗ higend.(..) Die Aufarbeitung der deut- hen Vergangenheit Scheint in jeder ke wieder auf

Aus:Die Welt vom 20. März 2002: Anonmitãt ist den Schreibern gur nicht mehr wichtig, vie unterzeichnen mit Na- men und Adresse. Gerude hatte Esther Schapira wieder einen am Teleſon, ihr elektronisches Postfach quillt ber Haß und antisemitische Parolen schlagen der Redalteurin des Hessischen Rundfinlks am Jag nach inrem BeitragDrei Ku geln und ein otes Kind Wer erschoss Mohammed al-Dura? aus der ARD- ReiheDas Rote Quadrat, enigegen.

( Un dem Beitrag an dem Schapira ein Jahr lang arbeitete, ging es um den am 30 September 2000 im Gaza-Seifen er- Schossenen Mohammad al-Dura. Die Bilder des T2jährigen Jungen, der mit Seinem Vater nahe der jüdischen Sied- lung Netzarim in einen Schußwechsel geriet gingen um die Welt..

Auſgrund der Kooperation der Paldsti- nenser hdtte sie Schließlich auch von isra- elischer Seite grünes Licht bekommen. Um vo iberraschender wuren die Indizi- en, die gegen die gůngige Veysion des Tat- hergangs prachen- Einschußwinkel und Einschldge deuten daraufhin, dass die Kugeln nicht aus iruelischen M6-Ge- wehren, Sondern aus den Kalaschnikows der Paldstinenser abgefeuert wurden. Neben perõnlichen Beleidigungen und Unterstellungen von vom Mossad ge- Kauft her, Knecht der jüidischen Pro- Paganda hisühelstes Machwerk Seit Goebbels Zeiten nden vich Sich auch latente Drohungen nach dem Moto. wer So einen Beitrag verfilme, müsse auch die Konsequenzen tragen. Nehen einer muslimischen Organisation vei- en die Anrufer mehrheitlich Deutsche. Gitiert nach konkret, Mai 2002)

Derweilen bekommt die FDP nach Mõllemanns Parolen Zulauf wie nie und Lob von Leuten, dienicht rechts- radikal sein wollen.(Siehe Nitelseite der Frankfurter Rundschau vom 24. Mai, wo aus E-mails zitiert wird, die in Internetforen der FDP zu finden sind.) Der Antisemitismusforscher Wolfgang Benz spricht von einem Kalkül der FDP sich zu gebärden als Partei,, die als einzige den Mut hat, etwas zu Sagen, was angeblich verboten ist.Was ist das, Bauernfängerei oder Ignoranz, oder das Bündnis von Elite und Mob im ei- genen Kopf? So Jan Philipp Reemts- ma zu Möllemanns Außerungen.