24 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
Dieses Mal kamen wir freiwillig
Von Jaroslav Vrba
Mit Tadeus Grabal aus Polen Sowie Jaroslav Vrha, Jaroslav Sima und Zdenehk Halas aus Ichechien weilten(viehe Mitteilungsblatt 2/2001) ehemalige Zwangs- arbeiter auf Finladung der Arbeisgruppe„Ausgegrenzte Opferꝰ acht Jage lang in Frankfurt am Main und nahmen auch an der Gedenkveranstaltung am 27 Ja- nuar 2002 teil. Durch diesen Besuch füihlte vich die Stadt Frankfurt in Zugz wang geserzt mit ihrem längst versprochenes Besuchsprogrumm für ehemalige Zwangs- arbeiter ⁊u beginnen. So Kam im Mai endlich der erste Besuch zustunde. 7930 war die Vchechoslowalkei falktisch zerschlagen und das zwangsweise einge
richtete„Protektorat Böhmen und Mähren“ dem Deutschen Reich cecle0. woyden. Nach dem Slogan„Das Protektorat Schenkt dem Führer den Jahrgung 7024 wurden 1aa junge Wchechen nach Peuuschland verschickt. Im Vergileich mit Zwungsverschleppten aus anderen Lãnder wuren vie privilegiert wie die drei Gã ste im Januaur besonders gegeniber Jadeus? Grabal betonten. So durften sie hei-
spielsweise bei Viegeralarm mit den Ariern? in den Bunkern Schuit suchen. Jaro-
lav Vrba berichtet in diesem Beitrag über veine Findrücke damals“ und heute.
Vier ehemalige Zwangsarbeiter ka- men diesmal freiwillig auf Einladung der Gruppe„Ausgegrenzte Opfer“ zu Besuch nach Frankfurt am Main. Bei ihrem ersten Aufenthalt sollten sie die durch den Krieg entstandenen Verluste an Arbeitskräften ersetzen. Es war 1944, als die Fliegerangriffe sich von Tag zu Tag steigerten und die Wehr- macht sich Siegreich' im Osten absetz- te. Unsere Eltern waren damals un- glücklich und wir Neunzehnjährige mussten widerwillig ins Unbekannte fahren.(.) In Frankfurt wurden wir in Holzbaracken untergebracht und bei der Firma Telefonbau und Normalzeit zur Arbeit eingewiesen. S0 haben wir am eigenen Leib mit der deutschen Be- võlkerung den Krieg ertragen müssen, obzwar wir diesen Krieg nicht wollten im Gegenteil. Von diesem Tag an kann- ten wir nur den Weg von der Baracke in den Betrieb und zurück und wãhrend der Fliegerangriffe in den Bunker()
Im Chaos nach einem schweren Bombenangriff sind wir zu Fuß nach Darmstadt gegangen, wo wieder Züge fuhren, und sind unbemerkt nach Hau- se gefahren. S0 endete unser dreimo- natiger Aufenthalt und auch unsere er- zwungene Mitarbeit für die deutsche Kriegsmaschinerie.
Dank der Finladung konnten wir nun nach 59 Jahren ein friedliches Deutschland und ein sich als Großstad entpupptes Frankfurt ne Und es ist vieles zu bewundern() Ei- nes hat sich wahrscheinlich nicht ver- ändert, das ist die hohe Lahl der Zu- wanderer aller mõglichen Nationali- täten, die nun allerdings nicht zwangs- weise nach Frankfurt gekommen sind, wie wir 1944.
Aber das größte Erlebnis war für uns die Begegnung mit den Menschen und Freunden von der gastgebenenden Gruppe, die viel von ihrer Freizeit auf- wandten, sich um uns kümmerten und


