32 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
beschädigten Paket reingeworfen sein konnten. Diesen Sack konnte man dann mit einer Kordel zubinden und mit der Nummer und der Adresse ei- nes Empfängers(am besten eines ver- storbenen) versehen. In diesem Falle hat die Kollegin, die die Pakete weiter geleitet hatte, diesen Speziellen“ Sack auf ein Regal mit anderen zum Ver- Sand vorgesehenen Paketen abgestellt.
Diese prekäre Situation passierte uns einige Male. Wenn wir die Liste in unserem Block abgeschrieben haben, lag die Abschreibende auf der obers- ten Pritsche, und die anderen Frauen standen Wache, Wegen der sehr schwierigen Bedingungen dauerte das Abschreiben einige Nächte, vielleicht eine Woche lang. Wir konnten nicht die vollstãndige Liste abschreiben, weil in der Schreibstube auch oft Bedingun- gen herrschten, die das„Klauen“ von Originaldokumenten nicht möglich machten. Diese Aktion haben wir auf Befehl der Organisation„Gruppe Auschwitz“ durchgeführt, und sie hat- te das Ziel, die Familien schnell über das Schicksal der nach dem Warschau- er Aufstand nach Auschwitz gebrach- ten Kinder und Frauen zu informieren und das Internationale Rote Kreuz über die massenweise stattfindenden
Transporte der Zivilbevõlkerung nach Auschwitz zu benachrichtigen.
Aussage von Aniela Osiecka, einer Warschauerin, über die Hinrichtung in der Wolska-Straße
Am 8. August 1944 kamen in unser Haus Mongolen. Sie waren wütend und wollten sofort das Haus in Brand setzen. Sie haben uns schnell aus den Wohnungen in den Hof gejagt. bih Männer wurden von den Frauen ge- trennt und im Hof rechts und die Frauen links gestellt. Man konnte fürchterliche Schreie der Kinder und der Frauen hören.
Während die Männer mit einer Maschinenpistole erschossen wurden, kam mein kleiner zweijähriger Sohn auf den auf uns aufpassenden Mongo- len zu und küßte ihm die Hand, der ãl- tere, zehnjährige Sohn bat ihn, uns vom Tod zu bewahren. Der Mongole erlaubte uns, uns zu entfernen, aber er schlug mich mit dem Gewehrkolben So fest, dass ich Blut spuckte. Indem ich den Hof verließ, sah ich den Lei- chenhaufen der getöteten Männer, auch mein Mann war unter ihnen, und ich konnte schen, dass die Rxekution von Frauen begann.
Fhrungen für polnische Freunde und LGA-Mitglieder
Für ihre Verdienste um die Aufar- beitung der Geschichte und der Wahr- heit über das KZ Auschwitz wurden unter anderem Tono-Vorsitzender Ka- ziemierz Albin(Auschwitz-Häftling Nr. 118) und der Vorsitzende des Hãäft- lings-Club Krakow Jozef Paczynski
(Auschwitz-Nr 121) mit dem Kom- mandeurskreuz der Wiedergeburt Po- lens ausgezeichnet.
Mit einem hohen polnischen Orden gechrt wurde zudem LGA-Grün- dungsmitglied Janusz Mlynarski, eben- falls ehemaliger Auschwitz-Hãftling.


