Heft 
(1999) 1/1999. August 1999
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32 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer

In unserer Bibliothek schlummert viel- fach noch unbekannte osteuropäische Literatur zum Holocaust Deren ef- fektive Nutzung scheitert jedoch an mangelnden Sprachkenntnissen mit uns kooperierenderwestlicher Wis- senschaftler und Geld für Ubersetzun- gen nicht aufzutreiben ist.

Daneben befinden sich umfangrei- che Sammlungen über Majdanek, The- resienstadt, Dachau, Bergen-Belsen, Mauthausen und den Holocaust verleu- gnende Publikationen in unserem Insti- tut. Das HDK unterstützt den Ge- schichtsunterricht in Schulen durch die Bereitstellung von Dokumenten über die Unmenschlichkeiten des zweiten Weltkrieges. Auch werden Studenten und Interessenten zur Durchführung von Forschungsprojekten relevante Dokumente zur Verfügung gestellt. Im Jänner 1999 wurde von uns eine Me- diatorenausbildung gestartet. 75 Päda- gogen werden in drei Kursen in Sachen Pädagogik des Holocaustunterrichts geschult.

Das HDK ist einer der Einsatzstellen vonGedenkdienst, eines in Gster- reich tätigen Vereins zur Leistung ei- nes Zivilersatzdienstes an Holocaustge- denkstätten. Zur Zeit ist der dritte Gedenkdiener bei uns tätig. Durch ihn erfolgt unter anderem die daten- elektronische Erfassung der noch klei- nen Bibliothek. Die umfassende Doku- mentensammlung wird vorerst noch manuell registriert, stehen uns doch keine zeitgemäßen Arbeitsmittel dafür (Computer, Software) zur Verfügung. Das Archiv setzt sich sowohl aus Op- ferlisten und mit Uberlebenden ange- fertigten Interviews, als auch Kopien von thematisch bedeutenden Quellen- materialien zusammen. Desweiteren werden damalige Presseinformationen, Brinnerungsgegenstände und Kunst- werke, die in der Zeit der Verfolgung entstanden sind, gesammelt.

Im Februar 1999 gab das HDK Zehn Holocaust-Hefte und einige Bücher

heraus. Zu den wichtigsten zählen Wege aus der Hölle(Utak a pokol- böl'*), das demnächst auch auf Deutsch erscheint,Ungarn 1944. Verfolgung- Menschenrettung(Magya-rors?äg 1944. Uldöztetés- embermentés) und eine Reihe von 21 Heften, die Doku- mente zur Judenverfolgung aus den je- weiligen Komitatsarchiven enthalten.

Auch Ausstellungen und Mahnmale wurden auf Initiative des HDK hin ver- wirklicht. Darunter eine umfassende Ausstellung unter dem TitelDer Ho locaust in Ungarn, die internationale AusstellungOhne Fuch hätten wir nicht überlebt', ein Denkmal für die ungarischen Opfer des KZ Ebensee, ein Mahnmal am Tatort des Massenmordes von Zwangsarbeitern in Balf, ein Denkmal für die Opfer der im Herbst 1944 von Altbuda in Gang gesetzten Todesmärsche und zahlreiche Ge- denktafeln in ganz Ungarn.

Nachdem die Platz- und Geldnot un- erträglich ist(neue Bücher finden kei- nen Platz mehr in den Regalen, wir ha- ben Probleme Photokopierpapier zu kaufen), ist das Finden von Geldgebern und einer geeigneten Bleibe von beson- derer Priorität. Bezüglich Umzug und Umwandlung der Auschwitzstiftung in eine öffentliche Stiftung, ist es seitens der ungarischen Regierung noch zu keinen konkreten Initiativen gekom- men. So hängt die Erweiterung de 0 HDK, damit einhergehend, die Einrich- tung einer Holocaust-Sammlung, eines Informations- und Pãdagogikzentrums von einer bevorstehenden Regierungs- entscheidung ab. Wird positiv entschie- den, sollte kommendes Jahr, zum 1000 jährigen Jubiläum der ungarischen Staatsgründung, die Bröffnung dieser Einrichtungen erfolgen. Wir werden schen.

Magyar Auschwitz Alapitväny- Hol- ocaust Pokumentãciòs Kõpont H 1071 Budapest, Damjanich u. 9. Tel.& Fax: 0036/1/3426065