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(1998) 1/1998. April 1998
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Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer

Die Herren Sitzungsleiter der IG-Farben schon immer Mitglieder der Fagerge- meinschaft Auschwitz, die- wie z.B. unser Vorstandsmitglied Matthias Ti- essen— auch mit einschlägigen Anträ- gen in der Versammlung präsent wa- ren.

Zffentlicher Druck zeitigte Erfolg

Die Aktionen zu der letzten Haupt- versammlung haben allerdings in An- betracht des 50. Jahrestages der Bröff- nung des Prozesses gegen die I6 Far- ben vor dem Nürnberger Kriegsverbre- chertribunal am 27. August 1947 eine besondere Qualität erfahren. Ausge- rechnet wenige Tage vor diesem Ter- min, am 22. August 1997, sollte die Ver- sammlung im Arabella Gongress Hotel in Frankfurt-Niederrad stattfinden. Es kam zu starken Protesten schon etliche Wochen zuvor. Die Lagergemeinschaft und viele Organisationen waren mit Artikeln in den Medien und Finzelak- tionen präsent. Sehr gut organisiert o Kampagne Nie wieder!“ mit dem Un- tertitel»Die Verantwortung der Kon- zerne und Banken für Krieg und Nazi- verbrechen. I6 Farben sofort auflösen- Zwangsarbeiterlnnen endlich entschä- digen!“ Deren Vertreter Axel Köhler- Schnura forderte in einem Brief vom 8.

Juli 1997 die Oberbürgermeisterin von Frankfurt an Main Petra Roth auf, mit ihrem Vorgänger Andreas von Schoeler gleichzuziehen und'eine Initiative zur Einziehung der Räume für die I6 Far- ben“ zu starten. Eine Reaktion der Oberbürgermeisterin wurde nicht be— kannt, aber die Hotel-Tagungsstätte geriet weiter unter Druck, nachdem

Firmen in der Nachbarschaft mit Kon-

sequenzen drohten. Die Anzahl der Boykottaufrufe und die Drohungen vieler Gruppen gegen die Hauptver- sammlung zu protestieren, ließen das Arabella Congress-Hotel weich werden, obwohl einvernehmliche Gespräche zwischen den I6 Farben-Liquidatoren, der Polizei und der Hotelführung im Vorfeld stattfanden. In der Frankfur- ter Rundschau vom 13. August 1997 war lapidar festgehalten:'Das Hotel-Ma- nagement hat die Veranstaltung abge- sagt, weil es nach Aufrufen verschiede- ner Gruppen schweren Schaden' auf das Haus zukommen sah'.

Einer der seltenen Fälle in der Ge- schichte des Konzerns trat ein: Er muß- te sich öffentlichem Druck beugen, vertagen und eine neue Räumlichkeit suchen. Zu Recht wurde bundesweit von einem Erfolg der Demokraten und Antifaschisten gesprochen.

Versammlung im Bürogebäude statt im Luxus-Hotel

Am 22. Dezember 1997 nahm die IG Farben i. A. einen neuen Anlauf. Es fand sich jedoch in Frankfurt/M kein Hotel mehr bereit, diese anrüchige A6 zu bewirten, und es mußte mit einem Bürogebäude in der Wächtersbacher Str. 83 als Ausweichquartier vorlieb ge- nommen werden. Dieses Gebäude wur- de bewußt ausgesucht, da es neben ein- em Haupteingang einen Hintereingang zum Durchschleusen von Aktionären besitzt, die evtl. durch Demonstranten beim Betreten des Gebäudes behindert würden. Diese Befürchtung bestätigte sich, da eine eindrucksvolle Kundge-