Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer 9
Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht
Die Wanderausstellung'Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1044* des Hamburger Instituts für Sozialforschung Giehe Mitteilungsblätter 3/1006 und 1/1997) ist spätesiens seit den Kontroversen bei der Präsentation in München(Februar 1997) zu einem Medien-Breignis geworden, das ihr die Aura eines events'“— so Gottfried Kößler- verliehen hat. Damit aber auch eine Erwar- tung, die von der Ausstellung selbst auf meherern Ebenen enttäuscht wird. Als die Ausstellung im Apri Mai 1997 in der Paulskirche in Frankfurt am Main gezeigt wurde, lag die Begleitung bei einem Team des Frit? Bauer Instituts. Gott- fried Kößler ist dort als Lehrer im Rahmen des Hessischen Landesinstituts für
ädagogik für die pädagogische Arbeit zuständig.
Bis 13. April ist die Ausstellung in Salzburg zu sehen, vom 19. April bis 19. Mai in Aachen und vom 25. Mai bis 5. Juli in Kassel. Informationen über den jeweiligen Ausstellungsort sind beim Hamburger Institut für Sozialforschung, Mittelweg 36 in 20148 Hamburg, Tel. 040 /414097 12, zu erhalten.
Ein Großereignis der Offentlichkeit Pãdagogische Aspekte einer Ausstellung s von Gottfried Kößler
Die Ausstellung Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944* wurde von Bildungseinrichtungen in Frankfurt am Main von Gruppen aus Schu— len, Hochschulen und außerschulischen Trägern besucht. Dennoch waren die meisten Besucher Einzelbesucher. Nur etwa 22.000 Besucher von etwa 100.000 kamen in Gruppen. Welche Erfahrungen wurden mit diesen unterschiedlichen Besuchern gemacht?
Das Gelingen der Ausstellungsprä- Wehrmacht verbindet. Diese Ehren- sentation in Frankfurt am Main haben amtlichen kamen aus verschiedenen wir dem außerordentlichen Einsatz der Generationen, die ältesten konnten aus ehrenamtlichen Standbetreuerinnen eigenen Frinnerungen an die NS Zeit
6* betreuer aus dem Förderverein und den Krieg argumentieren, die
rit? Bauer Institut zu verdanken. jüngsten haben gerade erst mit dem Nach der aufgeregten, durch die Medi- Studium begonnen.
en immer wieder angeheizten Rezep- tion in München befürchteten viele, daß hier am symbolischen Ort der Na— tionalversammlung eine weitere Es- kalation erfolgen würde. Das Konzept des Fritz Bauer Institut war, in der Ausstellung einerseits ständig mit hauptamtlichen Personen präsent zu sein, die für den technischen Ablauf und die Koordination mit den Veran- staltern zuständig waren, aber anderer- seits den Infotisch mit Menschen zu be- setzen, die unterschiedliche persönli- che Interessen mit der Geschichte der
Bereits am Morgen, eine Stunde vor Oftnung der Ausstellung warteten bis zu 20 Lehrkräfte mit ihren Schützlin- gen auf Finlaß. Fast 19.000 Schülerin- nen und Schüler- in 792 Schulklassen- haben nach der Statistik des Fritz Bau- er Instituts diese Ausstellung in der Paulskirche besucht. Davon wurden et- wa 2500 in Führungen betreut. Das sind Zahlen, hinter denen sich einige Wochen Erfahrungen mit dieser Aus— stellung, ihren Einzelbesuchern, den Jugendlichen, ihren Lehrerinnen und Lehrern und den Ausstellungsbetreu-


