Heft 
(1998) 1/1998. April 1998
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 3

Hõrspiel-Wiederholung: Hessischer Rundfunk, 1. Progr., 6. April 1998

Zur Erinnerung an Hermann Reineck

Rund zwei Jahre ist Hermann Reineck, der Gründer der Fagergemeinschaft Auschwitz und deren Präsident bis zu seinem Tod am 29. Dezember 1995, nicht mehr unter uns. Die meisten in unserem Verein haben ihn noch in guter Erinne- rung, aber einige Neueingetretene?, insbesondere nach den letzten Polenfahrten, kennen Hermann nur vom Hören und Sagen.

Die Hörfunkjournalistin Monika Held hat 1989 viele Stunden auf dem Sofa bei Hermann Reineck und seiner Frau Anni verbracht. Hermann hat damals viel

. und Beeindruckendes von seinen traumatischen Erlebnissen in Ausch-

wit?z erzählt. Bei Her- mann wurde- wie so oft das Lagerleben wieder wach. Monika Held hat aus den vielen Aufzeich- nungen eine 56 Minuten lange Produktion 2zu sammengestellt, die 1989 zum ersten Mal gesendet wurde. Jetzt findet im Hessischen Rundfunk im ersten Programm in der e Montag' unter dem Titel wit?? am Montag, dem 6. April 1998, um 20.30 Uhr eine Wiederholung statt. Die Originalstim- me von Hermann Rein- eck mit allen Emotionen ist ein beeindruckendes Dokument. Es lohnt sich auch, dieses auf Ton- band mitzuschneiden, um sich öfters mit die sen Findrücken zu be- fassen oder um es jünge- ren Leuten vorzuführen.

Diethardt Stamm

Der Hessische Rund- funk hat in seinen Hör- spielinformationen die folgenden Zusatzinfor- mationen abgedruckt:

Kennen Sie Auschwitz?

Hermann R. erzählt um sein Leben

Wenn Herrmann R. vom AuschMſtz erzähſt, anm ist er wWieder der politische Häftimg Nr. 68387 mit Seiner Anost vor dern Kapo Jupp, der Schäcel spaſtet, mit Sinern eirzigen Spatenhieh; dann ist er wieder der Schreiber auf Block 21, derm Krankenbau, wo er im Aord ſotenscheine mit erfundenen Jocesursachen in cie Maschine tippt; danm ist Ser wiecer der junge Mann, der vorm Dachboden des Bocks 21 heimich Bock 11, cen Sitz der Lagergestapo, umd die Massener-

Sohießungen an derSchwarzen Wand beobacfntet.

Schon darals ahrt Fermann B., daß cie Menschen nach dern Krieq die Wirkichkeit von Auschitz nicht glauben werden. Deswegen mmacht er sich bewußt zum AQenzeuOen..

Die in AuSchMitz ſitten, werden ifr Leben lang bewätiqen' rmssen, Unentrinnhar der Qua der Erinne- runq ausesetzt. Was ist die Qual des Hörens, die Uns als ZUhörern bleibt, gegen die Qual des Leidens an der Erinnerung! Oer Kritiker Pau Josef Baue nach der Ursendun9 des Hõrspiels in der funkorresponden?)

Nele Gernerationen wachsen nach, die Zeugen werden irnrmer Weniger. Die Erinmerung aber muß wei- terqetragen werden. Herrmann B. hifft dabei mit all Sei- ner Kraft. Und mit derm bis heute geblebenen ungläu- biqen Staumen, daß er ebt, in Deutschland ſebt. Oie nritiserin Mechthic Zschau in cer Franfurter Bund- SChau)

NMonika Held, Jahrgang 1943, ebt und arheſtet als Srfunk und Prirtſournalstin in F̃rarkfurt arm Mein.