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(1997) 2/1997. Dezember 1997
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28 Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer

Cremefr u g

sind die Aussagen von Broad und Kre- mer. All das, was auch in den ver- schiedenen Auschwitz-Prozessen zur Sprache gekommen ist, wird in diesen Aufzeichnungen und Tagebüchern bereits bestätigt: Schwarze Wand, Bo- gerSchaukel, Tag und Nacht bren- nende Schornsteine von Auschwitz, unerträgliche Schlammlandschaft von Birkenau, Willkür und Perversi- tät. Korruptheit und Verschlagenheit der SSMannschaft, Brutalität der grünwinkligen Kapos. Selektionen auf derRampe und im Kranken- bau, Ermordungen durch Phenol- spritzen, medizinische Experimente,

EXekutionen und Massenvergasungen durch Zyklon B..

Mieczyslaw Kieta weist in seinem Nachwort auf die einmalige Bedeu- tung dieser Aufzeichnungen hin. Er nennt es einSymbol für die Zeit, in welcher die Nazi-Deutschen Rechtlo- sigkeit in den Rang bürgerlichen Tu genden erhoben haben.. Verbrechen zum Grundsat?z ihrer Ethik und Mo- ral'. Dieses Buch müßte allen Leug- nern der Auschwitz-Wirklichkeit und Beschwichtigern, allen Neo-Nazis zur Pflichtlektüre gemacht werden. Dar- über hinaus ist es für alle Interessier- te ein Standardwerk, weil hier nicht die Opfer, sondern die Täter, die Mit- verursacher und Teilnehmer der Ver- brechen zu Wort kommen. Was sie zugeben, das kann man nicht in Frage stellen, es sei denn, man ist ideolo gisch so borniert, daß man nicht ver- Stehen kann, was man nicht verstehen will.

Joachim Proescholdt

Auschwitz in den Augen der 88.

Interpress, Warschau. Neuauflage 1902, Preis 10 DM, zu beziehen durch die Lagergemeinschaft Auschwit? Freundeskreis der Auschwitzer.

Ausstellungskatalog mit Zeichnungen ehemaliger KZ Häftlinge

Kunst zum Uberleben- gezeichnet in Auschwitz

Der 94 Seiten umfassende Katalog enthält neben kurzen Biographien der Künstler dreiundfünfzig Zeichnun- gen ehemaliger Häftlinge. Wgl. Wolf- gang SchneiderKunst hinter Sta cheldraht, Weimar 1973, hier aller- dings mit einseitiger, sozialistisch- ideologischer Interpretation) War

Kunst in Auschwitz überhaupt mög- lich? Grundsätzlich war künstlerische Betätigung verboten. Künstler arbei- teten ind ständiger Todesgefahr. War- um dann Kunst im KZꝰ Alfred Kan- tor. Uberlebender von Auschwitz. Theresienstadt und Schwarzheide, gibt die Begründung:Ich habe mich