Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer 31
chen Drangsalen floh die Familie, ihr Vermõgen wurde in einem dubiosen Konkursverfahren verschleudert. Die Flucht endete für Ernst-Ludwig Chambrés Eltern und seine Geschwi- ster in der Hölle von Auschwitz: die Familie wurde im Vernichtungslager umgebracht, nur Ernst-Ludwig über- lebte die Flucht. Er konnte sich nach zweimaliger Internierung nach Portu— gal und später nach Palästina abset- zen. 1947 kam er mit seiner aus Gie- en stammenden Ehefrau in die USA. 1948 erlangte er Gewißheit über das Schicksal seiner Familie. Seit 1051 mpfte Eynst Ludwig Chambré um Wie- dergutmachung— bis jetzt vergeblich.
Doch Chambrés Interesse an Wiedergutmachung und Brinnerung galt nicht nur der eigenen Person—es ging weit darüber hinaus. So ver- folgte er die Arbeit der Li- ee üleinen d Schüler, die nicht nur in ih— rem Heimatort recherchier- ten, sondern auch in den Gedenkstätten Buchenwald und Auschwitz arbeiten, mit großer Aufmerksamkeit. 1995, wenige Monate vorsei- Tod, entschloß er sich,
ine nach ihm benannte Stiftung ins Leben zu rufen, die diese Lernwege dauer-
haft unterstützen soll: Der von Deutschen durchge- führte Genozid am jüdi-
schen Volk soll nicht verges- Ssen werden Fiün diesen Zweck beauftragte er den Pädagogen Dr. Klaus Kon- rad-Tromsdorf mit der Er- arbeitung eines entsprech- enden Konzeptes, Rechtsan- walt Winfried Möller sorgte
für die juristische Abwicklung der Stiftungsgründung. Am 31. Januar konnte die Stiftung ihre Arbeit dann aufnehmen.
Der Stiftungsbeirat unter Vorsitz des hessischen Staatsministers Karl Starzacher(Lich) hat Doris Nusko, Nadja Kuhl und Kristine Tromsdorf in den Vorstand gewählt. Dr. Klaus Konrad-Tromsdorf fungiert als Ge—
schäftsführender Direktor. Die Stif— tung ist über die Dietrich-Bon- hoeffer-Schule in Lich(Kirchhof-
gasse) zu erreichen.
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Carl Chambrèé, Lich, Unterstadt 7(um 1929). Heute residiert hier eine Filiale der Volksbank


