Heft 
(1996) 3/1996. Dezember 1996
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Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer 3

nerseits sollten so Themengebiete erarbeitet werden, die dem einzel- nen Schreibproduzenten zur Verfü gung stehen, andererseits sollte ge- währleistet sein, daß die Behandlung des gewählten Gebietes frei erfolgen kann. Letzteres hieß in unserem Fall auch, daß eine Auswahl an Fachbü- chern zur Verfügung steht, so daß im Bedarfsfalle nachgeschlagen wer- en konnte.

Darüber hinaus muß man bei der Erstellung der Themengebiete be- rücksichtigen, daß nicht alle Fahrt- teilnehmer vor dem Beginn der Werkstatt dieselbe Verarbeitungs- stufe' im Hinblick auf die zurücklie- genden Erlebnisse erreicht haben (z.B. durch den Altersunterschied) und somit unterschiedlichste For- men der sprachlichen Verarbeitung bereitgestellt werden müssen. Eine solche Differenzierung kann sowohl durch die Themengebiete als auch durch die verschiedenen journalisti- schen Textsorten erreicht werden.

In unserem Fall bot sich eine Prei- teilung an; folgende Uberschriften haben wir ausgewählt: 1) Basis- informationen, 2) Berichte zu den (seeiten 3) persönliche

Findrücke(themenungebunden). Das erste Themengebiet sollte Infor- mationen zur Fahrt abdecken, d.h. alle journalistischen WFragen (Was, Wann, Wer, Wie, Wo) sollten beantwortet werden. Die Auswahl der Informationen blieb dem Schrei- ber vorbehalten, ebenso die Form der Darstellung. So entstanden ein Artikel, der alle wichtigen Daten zur Fahrt(Beginn, Vorbereitungs- Zeit, Teilnehmer, Absichten etc.) ent- hielt, und ein kurzes Interview, das

mit der zuständigen Referentin des Jugendbildungswerkes zum Kontext der Fahrt geführt wurde.

Die Artikel über die Erhaltungsar- beiten wurden im Vorfeld nicht wei- ter thematisch eingegrenzt. Ob die Autorinnen und Autoren nur be- schrieben, was sie machten oder wie sie es empfanden, blieb völlig ihnen überlassen. Die Schülerinnen, die dieses Thema wählten, entschieden sich schließlich für eine Mischung aus beidem.

Zur Abfassung der persönlichen Eindrücke' wurden keinerlei Vorga- ben gemacht, hier waren die Auto- rinnen und Autoren völlig frei, über ein Thema, ein Breignis, einen Tag o.. Zzu berichten. Dieses Themenge- biet wurde in unserem Fall zweimal gewählt. Finmal beschrieb eine Teil- nehmerin ihre generellen Empfin- dungen, ein anderes Mal berichtete eine junge Autorin von einem schrecklichen Erlebnis während ei- ner Besichtigung.

Bevor sich die Schüler in verschie- dene Räume zurückzogen, um an ih- ren Produkten zu arbeiten, wurde allen freigestellt, alleine oder in ei- ner Gruppe zu arbeiten. Von beiden Möglichkeiten wurde Gebrauch ge- macht. Finige Teilnehmer wollten nur in der Gruppe, andere nur al- leine arbeiten, wiederum andere wollten das eine wie das andere aus- probieren. An dieser Stelle ist es ent- scheidend, nicht aus praktischen Er- wägungen irgendwelche EFinteilun- gen vorzunehmen, denn man muß den Schreibern sowohl die partielle Anonymität der Gruppe erlauben, als auch Einzelarbeit ermöglichen. Auch dann, wenn im Extremfall