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(1996) 2/1996. Juli 1996
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28 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer

im Keller verstaut wurde. Doch Kasek sagte, wir müssen noch weiter, denn unser Abendessen stehe bereits auf dem Tisch, das warte nicht mehr lange auf uns. Er trieb uns also an, aber er war immer dabei ganz nahe an uns, packte mit an, half. So kamen wir dann also wieder aus dem Keller des Vereinsheims, wo wir alles verpackt hatten, in das Erdgeschoß- Kasek war schon wieder einige Stufen voraus. Oben empfing er uns mit vier randvoll gefüllten Wasser- gläsern mit Wodka und sagte: Guten Appetit.

Lieber Kasek, sehr gerne würde ich diese Worte jetzt von Dir hören, deine direkte Art mit anderen Menschen umzugehen, wieder erleben, oder noch lieber würde ich Dich jetzt umarmen. Doch Du bist von uns gegangen, von Freunden denen Du sehr viel gegeben und genommen hast. Wenn es eine Mög lichkeit geben sollte Dich wieder zu treffen, dann hoffe ich darauf, daß ich sie bekomme. Du bleibst als der Manager von Krakow in meinem, in unser aller Gedãchtnis.

Meine ganze Anteilnahme gilt seiner Familie und seinen Freunden in Kra- kow, die jetzt um eine Verbindung, auch untereinander, ärmer sind.

Hans-Joachim Günther Generalsekretär der Lagergemeinschaft Auschwitz Freundeskreis der Auschwitzer

Kazimierz Sowa wurde im Alter von 18 Jahren von der deutschen Besat- zungsmacht in seiner Geburtsstadt Krakow ins Gefängnis Monte Lupich ge- steckt. Seinen 19. Geburtstag erlebte der am 28. Dezember 1922 geborene Häft- ling dann bereits im Konzentrationslager Auschwitz, denn dorthin war er am 4. November 1941 überstellt worden. Fortan war er Häftling Nr. 22412.

Während seiner fast dreijährigen Haft in Auschwitz war er verschiedenen Arbeitskommandos zugeteilt unter anderem bei den Dachdeckern und in der Zimmerei, aber die längste Zeit arbeitete er im Magazin im Stammlager.

Im Oktober 1944 wurde Kazimierz Sowa mit 14 anderen Häftlingen als Mechaniker und Fahrbereitschaft der Bauleiter ins KZ Groß-Rosen überstellt. Von dort führt sein Weg weiter nach Hersbruck, ein Nebenlager des KZ Flos- senbürg, von wo er zu Fuß nach Dachau evakuiert wurde. Dort wurde er am 29. Apri! 1945 befreit und kehrte in seine Geburtsstadt Krakow zurück.

Kasek Sowa wurde Mitglied im Polnischen Verein ehemaliger politischer Häftlinge. Auch nach seiner schweren Operation vor einigen Jahren setzte er sich unermüdlich für die Belange seiner Kameraden und des Vereins ein. Zuletzt war er Vorsitzender der Krakower Gruppe. Auch den Tag vor seinem plõtzlichen Tod war er in dieser Funktion unterwegs gewesen.