Heft 
(1996) 2/1996. Juli 1996
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 7

Einfühlung und Empathie haben an Auschwitz ihre Grenzen

Das Wissen um den Unterschied

rritation'? als bestimmendes Moment Gedenkstãttenpãdagogik- ein Zwischenbericht

von Klaus Konrad-Tromsdorf

Ein 1095 von mehreren Herausgeberinnen und Herausgebern betreuter, bei G und Budrich erschienener Sammelband stellt sich der notwendigen

ufgabe, den Arbeitsbereich Gedenkstättenpãdagogik in seinem derzeitigen Stand zu beschreiben(Ehmann/Kaiser/Lutz u. a.(Hrsg.): Praxis der Gedenk-

stättenpãdagogik, Opladen 1995).

Zunächst ist zu unterstreichen, daß dieses Buch eine Lücke füllt, eine Lücke, die dadurch entstanden ist, daß der Bereich Gedenkstättenpãda- gogik aus verschiedenen Gründen erst sehr spät Gegenstand allgemeine- ren(Fach)Interesses geworden ist und die entsprechende Diskussion bislang im Rahmen einer sehr engen Fachöf- fentlichkeit geführt wurde. Bislang Publiziertes verblieb in der'Halb- öffentlichkeit' kleinerer Fachperiodi- ka, obwohl es weitere Verbreitung verdient hätte. Den Herausgebern und Herausgeberinnen kommt- eben- so wie den Schreibenden- der Ver- Gienst zu, mit ihrer Arbeit einen ent- scheidenden Schritt hin?u einer breiteren' Offentlichkeit getan zu haben. Insofern führt der Titel des Buches ein wenig in die Irre, legt er doch nahe, daß im Mittelpunkt der Untersuchungen und PDarstellungen lediglich die'Praxis' der Gedenkstät- tenpãdagogik stehe, nicht aber deren theoretisches Finordnen in einen fachdidaktischen Zusammenhang. Nun unterscheidet sich aber'Praxis' von Chaos' dadurch, daß diese theo- riegeleitet ist, jenes aber nicht. Und in

der Tat ist es durchaus Anliegen des Buches, eine theoretische Grundle- gung des Arbeitsbereiches Gedenk- Stãttenpãdagogik zu versuchen. Bereits das programmatisch zu ver- stehende Vorwort reklamiert diesen Bereich als einen, der der historisch- politischen Bildung zuzuordnen sei: Eine Aussage, die man sich in der Vergangenheit in dieser Deutlichkeit von Didaktikern der Politischen Bil- dung zu hören gewünscht hätte. Des- weiteren wird das Klientel von Ge- denkstãttenpãdagogik ebenfalls be- nannt: Es sind die Bereiche der schuli- schen und außerschulischen Jugend- bildung. Damit sind fachdidaktische Inwertsetzungen ebenso präformu- liert wie methodische, wobei die sich hieraus ergebenden Fragestellungen von den Autorinnen und Autoren aufgrund gesammelter Praxiserfah- rungen reflektiert werden. Daß es hierbei keine allgemeingültigen Ant- worten gibt- wohl auch nicht geben kannist nur zu einem geringen Teil der notwendigen Allgemeingültigkeit fachdidaktischer Theoriebildung zu- zuschreiben, sondern vor allem dem Thema selber: Wohl aber ensteht ein