Heft 
(1996) 2/1996. Juli 1996
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4 Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer

Den Zielen der Lagergemeinschaft verpflichtet

Joachim Proescholdt, neuer Vorsit?ender der Lagergemeinschaft

Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer, stellt sich vor

In der letzten Ausgabe des Mittei- lungsblattes gedachte die Lagerge meinschaft Auschwitz- Freundes- kreis der Auschwitzer des Todes von Hermann Reineck. Er war der Grün- der und langjährige Präsident des Vereins gewesen. Die Lagergemein- schaft hat mit ihm einen hervorra- gende Persönlichkeit, einen beein- druckenden Zeitzeugen und wichti- gen Vordenker verloren.

Auf der Tagesordnung der ordentli- chen Mitgliederversammlung am Samstag, dem 11. Mai 1996, stand die Wahl des Nachfolgers von Hermann Reineck als Vereinsvorsitzender an. Die Tatsache, daß kein ehemaliger Auschwitzer für dieses Amt zur Ver- fügung stand, ließ die Wahl auf mich fallen. Seit Ende der siebziger Jahre mit Hermann und Anni Reineck be- freundet und den Zielen der Lagerge- meinschaft verpflichtet, habe ich mich bereit erklärt, für das kommen- de Jahr dieses Amt zu übernehmen. Ich halte es für notwendig, daß wir in unserer Arbeit solch ein Interregnum einlegen, um eine Neuorientierung zu gewinnen. Die Zahl der Zeitzeugen von Auschwitz wird kleiner und je länger je mehr wird der'Freundes- kreis der Auschwitzer' das geistige Erbe der Lagergemeinschaft über- nehmen müssen. Das heißt, wir, die wir Auschwitz nicht erlebt haben, können nur die Erfahrungesberichte der Zeitzeugen weitersagen, können- ja müssen!- die Verpflichtung auf

uns nehmen, Botschafter und Bot- schafterinnen der Menschlichkeit und Verstãndigung zu sein.

In diesem Zusammenhang möchte ich uns allen vor Augen führen, welch

wichtige Ziele sich die Lagergemein-*

Schaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer zur Aufgabe gestellt hat:

PBrhaltung der Lagergemeinschaft über alle menschlichen und kulturel- len Unterschiede hinweg,

Hilfsaktionen für Auschwitz-Häftlinge

Kampf gegen Nazismus und Neo- nazismus, Antisemitismus und Ras- senhaß, Diskriminerung von Sinti und Roma und anderen Minderheiten,

Wahrung des Vermächtnisses der Opfer von Auschwitz

Durchführung von Gedenk- und Studienfahrten nach Auschwitz und anderen Gedenkstätten,

nationale und internationale Zu- sammenarbeit mit allen Organisatio- nen, die sich die gleichen Ziele zu ih ren Grundsãtzen erklärt haben.

ehemalige

Dieses Erbe ist groß. Dazu benöti- gen wir viele, die mitzuarbeiten bereit sind. So betrachte ich es als vordrin- glichste Aufgabe, Sie lieber Mitglie- der, zu bitten: Denken Sie mit, raten Sie mit, arbeiten Sie mit. Nur wo wir gemeinsam die Aufgaben angehen, werden wir unserer Verpflichtung ge- recht. Dabei geht es nicht um ihrgen- deinen Vereins-Egoismus. Die Ent- wicklung in unserem Land mit Sozial-